Die Sache mit dem Wassertrinken geht inzwischen ganz gut.
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Die Sache mit dem Wassertrinken geht inzwischen ganz gut.

Times mager

Glitschig

  • Stephan Hebel
    vonStephan Hebel
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Aus den nur uns bekannten Tagebüchern des US-Präsidenten: Der Schwiegersohn und das WEISSE Haus.

Liebes Tagebuch, Du kannst Dich wirklich freuen, dass Du keinen Schwiegersohn hast. Letztens stehe ich vorm Spiegel, die Bräunungscreme frisch drauf, und übe Wasser trinken. Auf einmal schleicht sich der Kushner an und brüllt: „Black Lives Matter!“ Ich so voll geschockt, ich meine, jeder weiß doch, was das für Leute sind, die so was brüllen, da ist man sich ja seiner weißen (na ja, mehr oder weniger) Haut im eigenen Büro nicht mehr sicher!

Dann steht er grinsend neben mir, der Herr Schwiegersohn, aber ich so: gar nicht lustig, Jared, von wegen „Black Lives Matter!“. Darauf er: war doch nur ein Witz. Ich: Das wollen wir mal hoffen. Ich meine, das hier ist das WEISSE Haus, schon vergessen?

Die Sache mit dem Wassertrinken geht inzwischen ganz gut. Hast Du gesehen, wie ich es den Leuten in Tulsa vorgemacht habe, bei meiner Rede da? Glas hoch, trinken, wieder runter: alles mit einer Hand! Die Fans waren ja ganz durcheinander gewesen, weil ich mal zwei Hände genommen hatte, aber jetzt: alle hin und weg, großer Jubel. Großartig!

Nur der Kushner wieder: Aber von der Bühne abgehen, das üben wir noch, Schwiegerpapa! Ja, das war blöd in West Point nach der anderen Rede, ich bin diese Rampe runtergelaufen wie auf Eiern, keine Ahnung, warum.

Tja, sagt Schwiegersöhnchen, da hast Du so richtig schön alt ausgesehen, aber macht nix, der Biden ist auch nicht mehr der Jüngste, Du musst diese Themen nur unbedingt pflegen, mit dem China-Virus gewinnst Du sonst nicht mal gegen den „korrupten Biden“, wie Du ihn auf Twitter immer so schön nennst. Also schreib doch einfach, dass die Rampe sehr lang und steil war und ohne Geländer und, ganz wichtig, total glitschig.

Also ich, nicht blöd, twittere los: „Die Rampe war sehr lang und steil und hatte kein Geländer, und sie war, am wichtigsten, sehr glitschig.“ Ich hab dann noch geschrieben, dass ich die letzten drei Meter sogar runtergerannt bin, und weißt Du was? 283 671 Herzchen!

Aber der Kushner verdirbt mir wieder die Laune: Nänänää, nöhl, wir haben die Wahl noch nicht gewonnen und so. So was sollte er mal dem Putin erzählen! Ich so: Jared, das macht mich aggressiv, was soll ich tun? Kushner, wie immer: Merkel ärgern.

Wir haben dann überlegt, ein paar Tausend von unseren Jungs aus Deutschland nach Polen zu verlegen, und weißt Du was? Die Deutschen regen sich voll auf! Geht doch. Ich hab gleich den Polen-Präsidenten eingeladen, der hatte Wahl, aber er hat trotzdem nur 44 Prozent bekommen.

Na ja, für mich würde das reichen. Ein paar Bauern in diesen Swing States, wo es immer knapp wird, die holen wir uns noch, und ein paar gefrustete Autoschrauber, und schon ist die Sache gelaufen. Großartig!

Dein Donald

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