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Ausgerechnet Mesut Özil trägt keinen Bart.
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Ausgerechnet Mesut Özil trägt keinen Bart.

Times mager

Glatt

  • Stephan Hebel
    VonStephan Hebel
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Am vorösterlichen Küchentisch ging es um den grassierenden Gesichtsbewuchs unserer Zeit.

Erstaunen verbreitete sich unter anderem darüber, dass in der deutschen Nationalmannschaft ausgerechnet Mesut Özil zu den wenigen nicht Gesichtsbehaarten zähle, lasse man den säuglingsglatten Manuel „Babyface“ Neuer einmal weg.

Ausgerechnet Özil, so die These eines „Bild“-Lesers am Tisch, sei doch derjenige, der als Abkömmling eines muslimisch geprägten Kulturkreises Grund hätte, einen Bart zu tragen, wenn die Unterscheidung zwischen glatten Ethno-Deutschen und behaarten, also bedrohlichen Zuwanderern im weitesten Sinne noch irgendetwas zählen würde.

Damit, so belehrte die schönste Frau am Tisch den „Bild“-Leser, sei es in Zeiten, da ein „Bild“-Chefredakteur sich eine Ewigkeit lang hinter einem Salafisten-Bart habe verstecken können, längst vorbei. Andererseits, fügte sie nachdenklich an: Wenn der Bart als Kennzeichen für Extremismus gelten könnte, egal welcher Couleur, dann wäre er im Gesicht des „Bild“-Chefs ja auch wieder nicht so falsch.

Angesichts all der Bärte in Gesichtern jedweder Herkunft, kam der Hausherr zum Thema zurück, stehe der Bewuchs eher für gar nichts mehr. Ihm selbst, dem Hausherrn, gehe es inzwischen zum eigenen Erschrecken so, dass er sich freue, Johannes B. Kerner im Fernsehen zu sehen. Dieser Mann sei von oben bis unten glatt und das gelte eben nicht nur für das Innere, sondern auch für das Äußere seines Kopfes. Deshalb, so der Hausherr, habe er sogar am 1. April mal in die Sendung „Der große Schlüpfer“ gezappt, die er aber nicht verstanden habe.

Die schönste Frau am Tisch berichtete errötend, Johannes B. Kerner würde nie und nimmer eine Sendung über Schlüpfer moderieren. Die Show habe den Titel „Das große Schlüpfen“ getragen und lasse sich in etwa so zusammenfassen: „Es waren Eier und Prominente vorhanden.“ Die Letzteren hätten versucht, diversen Tieren beim Schlüpfen aus dem Ei beizuwohnen, die allerdings den Akt im Studio allesamt verweigert hätten bis auf einen kleinen Strauß, der sich wenn auch mit menschlicher Hilfe während der Sendezeit halbwegs aus dem Ei gepellt habe und deshalb als der einzige große Schlüpfer des Abends gelten dürfe.

 Die Formulierung „aus dem Ei gepellt“ veranlasste die Runde wiederum zu einigen Überlegungen über Johannes B. Kerner, von denen „populistischer Schwiegersohn-Darsteller auf ,Bild‘-Niveau“ noch nicht die kritischste war. Aber Beckmann, sagte die schöne Frau, sei noch schlimmer. Einspruch wurde nicht erhoben.

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