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Der Geysir von Andernach, das Ziel der Reise.

Times Mager

Geysir

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Was hatten wir eigentlich vor? Richtig, wir wollten den Geysir von Andernach ansteuern.

Man legt sich die Dinge gerne zurecht. Aber man kann sie oft nicht festhalten, auch wenn man es vielleicht gerne so hätte. Immerhin, man kann nach ihnen die Uhr stellen. Wie es zu brodeln beginnt, aus der Erde aufsteigt, schließlich aufschießt, wie das Phänomen eine Fontäne bildet für mehrere Minuten, bis sie wieder in sich zusammenfällt.

Um der Sache nachzugehen, fanden wir uns an einem Anleger ein, schauten der „Victory“ nach, der „Kapstadt“, der „Monika“. Kies hatte die „Amethyst“ geladen, und das war merkwürdig, dass ein Frachter so heißt, benannt nach einem Quarz, violett schillernd. Ausgerechnet Amethyst, dort, wo sich am Rheinufer Tuff und Basalt in rauen Mengen abgelagert haben, vulkanischen Ursprungs. Fürwahr ein Zufall.

Mit an Bord der „Namedy“ die Neugier für Schiffsnamen und der Enthusiasmus für Assoziationen, während wir uns der Halbinsel Namedyer Werth näherten. War das noch der Rhein? Oder schon der Mississippi? Was hatten wir eigentlich vor? Richtig, wir wollten den Geysir von Andernach ansteuern. Väter mit Vorträgen über den Schiffsdoppeldiesel, Witzbolde mit Referaten über abartige Fische im Rhein, Haie, Piranhas, den „Moby Dick“. Der Steg über dem Wasser machte einen stabilen Eindruck. Auf Schritt und Tritt näherte sich keine stumme Prozession einem Naturwunder. Wer wohl auf den roten Button drücken werde? Ob man so was schon mal gesehen habe? Einen heißen schon. Um sich orientieren zu können, muss der Mensch laut nachdenken. Richtig, Island, Sommer 2013!

Rantasten nun also auch an einen kalten, mit der höchsten Fontäne seiner Art auf der Welt, nur wenige Fährminuten von Andernach entfernt, wo sie auch ein Geysirmuseum haben, hinter dessen Fassade aus Vulkangestein ein Parcours, eine nicht unkniffelige Promenade angelegt ist, die damit vertraut macht, was ein Geysir so braucht, natürliches Kohlendioxidgas auf jeden Fall. Was da vor sich gehe, müsse man sich vorstellen wie einen Vorgang in einer Mineralwasserflasche, die man schüttele, auf die man den Daumen draufhalte, um dann den Daumen vom Flaschenhals zu entfernen. So weit die Theorie.

Der näheren Anschauung wegen stehen wir dann auf dem Namedyer Werth und sehen, wie ein Mann in die Knie geht, nur um aus der Hocke hochzuschnellen und die Arme hochzuwerfen. Ganz offensichtlich eine Parallelaktion, während eine sprühende Säule unter einem blauen Himmel wieder einmal Station macht, wie wir es uns pünktlicher nicht wünschen konnten.

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