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Der Osten ist halt keine Frage der Geografie, das weiß auch der alte Narr Gutenberg.

Times mager

Gerettet

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Der Osten ist keine Frage der Geografie und die FDP ist mal wieder nicht zufrieden.

Soeben traf per Internet eine interessante Nachricht ein. Sie befasste sich mit einer Frage, die das Times mager bisher trotz aller Bemühungen nicht endgültig beantworten konnte: „Ist Deutschland noch zu retten? (Pressemitteilung“, so lautete der Titel der Nachricht, und nach Lektüre steht es nun endlich und eindeutig fest: Ja, kann sein, Deutschland ist eventuell noch zu retten.

Wieso jetzt plötzlich das?, werden Sie fragen, und die Antwort lautet wie folgt: „Mittlerweile gibt es die Floskel, dass die digitale Vernetzung der Deutschen zur sozialen Isolation führt, nicht nur zu Kaffee und Kuchen bei Oma, wenn man die Uhrzeit auf dem Smartphone checkt.“

Noch einmal: Die Floskel, dass die digitale Vernetzung zu Kaffee und Kuchen bei Oma führt, und zwar dann, wenn man die Uhrzeit auf dem Smartphone checkt, entspricht nicht den Tatsachen. Denn: „Die Ergebnisse der Großzügigkeits-Studie zeigen, inklusive Ost-West-Gefälle, dass die sonst so sparsamen Deutschen spendabler sind als angenommen. Solidarität ist kein Wert vergangener Tage, sondern, besonders im digitalen Raum, ganz schön hip.“

Solidarität ist gleich Spenden ist gleich hip, fertig ist die Rettung. Ja, so einfach ist das, wenn man eine Crowdfunding-Plattform ist und eine „Großzügigkeits-Studie“ macht.

Aber klar, es gibt auch Wermutstropfen, und dafür sind nicht zuletzt die Ostdeutschen verantwortlich, vor allem die in Mainz und der Pfalz: „Im Osten wird mit 20 Euro in Mecklenburg-Vorpommern und 27 Euro in Rheinland-Pfalz pro Teilnehmer wesentlich weniger gespendet.“ Tja, liebe Närrinnen und Narrhallesen, der Osten ist halt keine Frage der Geografie.

Ansonsten ist alles gut, nur die FDP ist mal wieder nicht zufrieden. Sie beschwerte sich letztens, dass die baden-württembergische Landesvertretung in Berlin eine Diskussion veranstaltete, an der der Einfachheit halber nur zwei Grüne teilnahmen, nämlich Winfried Kretschmann und Robert Habeck.

Das ist sehr unfair von der FDP, denn es muss vermutet werden, dass es dieses Gespräch war, das Deutschland rettete. Vom Inhalt ist nicht viel bekannt, aber der Titel lautete „Radikalität vs. Relevanz – Politik in Zeiten von Pluralisierung, Polarisierung und Populismus“. Oder doch „Diesel vs. Dusel – die Performance des PKW in Zeiten von Parkraumverknappung und Politessenmangel?“ Oder „Demokratie vs. Debilität – Debatten im Dunstkreis dominanten Dauergelabers?“

Nein, auch das ist unfair: „Radikalität vs. Relevanz“, das ist nicht nur sehr schön gereimt, sondern beweist endgültig, dass Radikalität irrelevant ist. Die Grünen sind angekommen, und Deutschland ist gerettet. Das nächste Gespräch ist bereits in Vorbereitung: „Spenden vs. Sparen – hippe Hilfe in Zeiten hungriger Haushalte.“

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