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Frankfurts Altstadt ist nicht bloß ein Quartier der Versprechen.
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Frankfurts Altstadt ist nicht bloß ein Quartier der Versprechen.

Frankfurter Altstadt

Es geht um nichts weniger als Heimat

  • Christian Thomas
    VonChristian Thomas
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Frankfurts Altstadt ist nicht nur ein Versprechen, sie ist ein Leistungsversprechen. Dabei geht es nicht um Power oder Energy.

Diese Altstadt ist nicht nur ein Versprechen, sie ist ein Leistungsversprechen. Es geht bei ihr nicht wie bei üblichen Leistungsversprechen um solche Dinge wie Power oder Energy oder einen anderen Verkaufsschlager. Es geht bei ihr, Frankfurts Altstadt, und ihm, dem Versprechen, um Heimat.

Eine Riesensache also. Es wäre keine ihrer Art, von dieser Größe, diesem Format, ohne ein Marketingversprechen. Wie alle Werbung, so spricht auch die Stadtwerbung natürliche Gefühle an, praktisch ursprüngliche Emotionen, und selbstverständlich kann man sagen, dass eine Ansprache, mit der eine Heimat in Aussicht gestellt wird, nur dann aufgeht, wenn bereits ein Heimatbedürfnis vorhanden ist, ein Heimathunger. Sowie auch ein Hunger nach Kraft (Power) oder ein Durst nach Energie. Oder führt dieser Vergleich jetzt auf eine falsche Fährte? Handelt es sich womöglich um eine polemische Analogie? Schon weil es sich bei dem Heimatgefühl um ein hehres Bedürfnis handelt, beim Hunger und beim Durst um ein läppisches, abgeschmacktes?

Heute bereits, einige Monate vor ihrer Finalisierung im Frühsommer 2018, wird mit der Altstadt so etwas wie ein Wertekanon verbunden. In der ununterbrochen unruhigen Einwandererstadt Frankfurt am Main, und es ist ja hier nicht nur bei den Menschen ein ständiges Kommen und Gehen, sondern auch bei den Bauwerken: In diesem permanenten Gewühle kommt der Altstadt eine ganz besondere Global-City-Funktion zu. Man kann das altmodisch ausdrücken oder modern – wollte man sich auf eine solche Lesart verständigen, könnte man glatt von einem Integrationsort sprechen.

Frankfurts Altstadt ist nicht bloß ein Quartier der Versprechen, sondern eine Projektionsfläche. Oder soll es sich, trotz aller Altstadtangebote, gar nicht um einen Ort der Integration handeln, von vorneherein nicht? Alles nur Fiktion? Das wäre ein Ding. So wie Power und Energy ja auch etwas sehr Exklusives sind. Dann allerdings wäre die exklusive Altstadt in Sachen Glaubwürdigkeit eine echt unterentwickelte Region, ein, was überzeugende Eigenschaften angeht, von Anfang an abgehängter Stadtteil.

Sollte es bei der Altstadt tatsächlich um mehr als eine Lifestyleeinrichtung oder um ein Konsumprodukt gehen, wäre es gut, wenn die Altstadtfreunde, von denen es in der Großstadt Frankfurt nur so wimmelt, endlich mal und noch rechtzeitig einen Wink gäben.

Noch ist es nicht zu spät! Die bisher eher abseits stehenden Altstadtkonsumenten sind gespannt.

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