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Cuba. Von hier aus die Erinnerungen an die Berliner Kindheit, an Pflanzungen inmitten von Kiefernwäldern.

Times mager

F. for Future

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Die Liebhaberei machte Alexander von Humboldt zu einem Experten der Pflanzenwelt.

Wieder einmal mit seinem Leben schriftlich beschäftigt, kam Alexander von Humboldt am 4. August 1801 auf der Insel Kuba, die sich mit C schrieb, C wie Cuba, auf seine Kindheit in Berlin Tegel zurück.

Es hat keinen Zweck, hier und heute von dem Datum groß Aufhebens zu machen, es verbirgt sich nichts dahinter, außer die für den Schreibenden an diesem Tag zeitlose Erkenntnis, dass er nicht von klein auf an Blumen und Bäumen interessiert gewesen wäre, trotz des Parks, durch den er streifen konnte, trotz der außergewöhnlichen Exemplare, die von weither importiert worden waren, überseeische Gewächse, Pflanzen exotischer Natur, richtig. Exotisch, das war das Wort, das dem Jungen, sag schon, abverlangt wurde. Denn worum ging es den Hauslehrern? Um Vokabeln! Um Namen, um das Auswendiglernen von Namen.

Einmal mehr fiel das dem Kind nicht leicht. Es hatte Probleme, mitzukommen im Stoff, den die Hauslehrer vermittelten, die Kunth und Heim und wie noch hießen. Alexander hinkte dem zwei Jahre älteren Bruder Wilhelm wohl um nicht nur zwei Jahre hinterher – darüber haben viele Biografen sich den Kopf zerbrochen.

Cuba, im August 1801! Von hier aus die Erinnerungen an die Berliner Kindheit, an Pflanzungen inmitten von Kiefernwäldern. Das Fremde konnte nicht verborgen bleiben, doch kaum hatte sich der Knabe erstmals darübergebeugt, um Flechten und Moose fein säuberlich auf Papier zu kleben, verlor er auch schon wieder „alle Lust an der Botanik“. Zur Erklärung: Lange stimmte die Chemie nicht zwischen Alexander von Humboldt und all den Pflanzen in seiner näheren Umgebung. Das Beschauen verrichtete er eher mit Missmut, das Klassifizieren war ihm gleichbedeutend mit Qual. Und doch, es kam der Tag, an dem er zu einem „enthusiastischen Botanisten wurde“ – und von dem Tag an in „3 Wochen“, wie der da bereits weltberühmte Pflanzenforscher schrieb. Binnen kurzem also wurde Alexander zu einem Liebhaber der Flora, der mit „unendlichem Wohlgefallen“ einem einzigen Reishalm in seinem Herbarium zusehen konnte.

Die Liebhaberei machte Alexander zu einem Experten der Pflanzenwelt, wobei es, neben solchen Kapazitäten wie dem Berliner Botaniker Willdenow, ein weiterer Naturforscher war, der den 19-Jährigen den Entschluss fassen ließ, „Europa zu verlassen“, ein Mann namens Thunberg, Carl Petter Thunberg. Nicht dass sich alles wiederholte, aber wegen Thunberg fasste Alexander von Humboldt den weltbewegenden Entschluss: Flora for Future!

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