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Sicherlich ist das Feuilleton nicht täglich ein fußballverrückter Ort, aber gelegentlich doch unbedingt ein fußballaffiner.
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Sicherlich ist das Feuilleton nicht täglich ein fußballverrückter Ort, aber gelegentlich doch unbedingt ein fußballaffiner.

Times mager

Fußball, der

  • Christian Thomas
    VonChristian Thomas
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Das Verhältnis von Feuilleton und Fußball könnte nicht enger sein – hier der Videobeweis aus dem Frankfurter FR-Keller.

Sicherlich ist das Feuilleton nicht täglich ein fußballverrückter Ort, aber gelegentlich doch unbedingt ein fußballaffiner. Ist doch das Feuilleton in jeder Zeitung nicht nur ein weites Feld. Vielmehr, man hat es immer schon geahnt, als hochprofessionelles Spielfeld in einem hochmotivierten Umfeld für den Fußball ein Vorbild. Wie ja auch umgekehrt der Fußball, man wusste es längst, für das Feuilleton ein großes Vorbild ist, denn er ist so irre vieles und nicht bloß rund.

Alles andere als eine Nebensache ist er relevant an und für sich: denn an sich umgänglich, aber für sich auch unfassbar eigenwillig. Dabei hat er im Laufe seiner Geschichte schon ungezählte Heldengeschichten geschrieben, obwohl er ununterbrochen getreten wird. Mag er auch gelupft oder geschaufelt oder gechippt werden, so unterliegt seine Behandlung nicht wirklich einer streichelnden Tätigkeit. Er ist wahrlich nicht das rohe Ei, mit dem er manchmal verglichen wird.

Überhaupt die Assoziationen, etwa Pille oder Pocke. Oder was sagt uns das Synonym „die Kirsche“? Dass der Fußball verlockende Frucht ist? Der unbedingt männliche „Ball“ im Deutschen ist etwa im Portugiesischen „la bola“ – also weiblich. Der Ball, die Bällin: Geht da noch was? Stand jetzt existiert ja bereits die Kugel. Die allerdings nicht nur ein geometrischer Körper ist, Formvollendung, Perfektion, sondern gewiss auch martialisches Geschoss.

Die technischen Fertigkeiten vieler Spieler heute und einiger Spielerinnen sind undenkbar ohne den technischen Fortschritt des Fußballs selbst, seiner Weiterentwicklung, vom selig verklärten Lumpenball über die verflucht speckigen Lederkugeln bis zu den heutigen Hightech-Objekten, die, um einige Gramm leichter als früher, umso unberechenbarer für alle Tormänner und Torfrauen geworden sind. Die Behandlung durch die Virtuosen und Könnerinnen hat die Flugbahn des Fußballs verändert, die Launenhaftigkeit einer nur mit Luft gefüllten Blase erhöht. An dieser Stelle des Gedankenspiels ließe sich über den Fußball als ein Sinnbild für die Launen des Lebens nachdenken – philosophieren? Ganz klar kein Spieltag mehr ohne die Phrase von der Philosophie des Fußballs, verbreitet von Plauderflöten, die sich aufpumpen mit, nun ja, Luftblasen.

Dabei ist doch der Fußball für den Fuß im Grunde das, was der Gedanke für den Kopf ist, Medium des Unvorhergesehenen, vielleicht sogar der Überraschung. Um aber die böse auszuschließen, ist im Fußballspiel die Ballkontrolle wichtig (wie ja auch in der Philosophie die Gedankenkontrolle, genau).

Jogi Löws Philosophie, DFB-Philosophie: Schon beim Zuhören werden einem die Beine schwer. Aber Kopf hoch! Stehen wir doch vor der EM. Schau’n wir mal, ob noch die Kraft für einen trefflichen Gedanken in die Tiefe reicht.

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