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Und welchen Füller hatten Sie?
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Und welchen Füller hatten Sie?

Times mager

Füller II

  • Judith von Sternburg
    VonJudith von Sternburg
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P. oder G., das war einst die Frage – für Kinder nicht die wichtigste, aber wichtig genug.

Frau S. war etwas enttäuscht darüber, dass das Times mager „Füller“ (FR v. 7.5.) nicht von Füllern handelte. Füller seien ein so wichtiges Thema. In der Tat.

Es lässt sich nicht mehr rekonstruieren, weshalb die Entscheidung zwischen einem Füller von P. und einem Füller von G. in den frühen Schuljahren eine solche Bedeutung hatte. Was für eine Bedeutung überhaupt? Auch entschieden natürlich die Eltern. Hätten die Kinder über etwas zu entscheiden gehabt, wäre es ausschließlich um die Entscheidung zwischen den Spielfiguren von P.m. und den Spielfiguren von P.b. gegangen. Gemischter dann später die Kompetenzen bei der Entscheidung zwischen der Tanzschule B. und der Tanzschule W..

Die Entscheidung zwischen den Füllern von P. und G. fiel also noch auf einer höheren Ebene, wurde aber von den Nutzerinnen und Nutzern voll mitgetragen. Die einen hatten einen Füller von P., die anderen von G., und obwohl Margitta und Stephanie zur zweiten Gruppe gehörten und Freundschaft also über diese unsinnige Grenze hinweg möglich war, blieb doch auch Distanz. Angefangen damit, dass G. Patronen hatte, die nur in die Füller von G. passten, irgendwie länglicher und mit einer Stufe. In die Füller von P. passten die normalen, anständigen kurzen Patronen aus einem Guss. Sie ahnen schon, dass die Füller von P. die richtigen waren.

Das ist im Ergebnis unwesentlich, es erinnert bloß daran, wie wichtig es damals war. Der Füller war ein Gegenstand, der mit der Person verwuchs, die ihn benutzte, es galt, ihn einzuschreiben, sodann wurde er verwendet, bis er auseinanderfiel. Er war nicht für die Ewigkeit, sondern für die Schule gemacht. Man konnte ihn schwerlich ausleihen, weil die Feder nur in der eigenen Hand nicht kratzig, sondern sanft über das Papier sauste. Der eigenen Handschrift sieht man die Geläufigkeit des Vorgangs leider nicht an. Frau S. deutet in ihrer Mail aber an, dass es bei ihr anders war.

Und wie fielen die anderen Entscheidungen aus? Kein vernünftiges Kind hätte sich für P.b. entschieden, wenn auch P.m. zur Verfügung stand, obwohl die Spielfiguren von P.b. z. B. die Beine einzeln bewegen konnten, dies aber auf Kosten der allgemeinen Niedlichkeit. Lieber wäre man gestorben, als nicht bei der Tanzschule W. angemeldet zu werden, so viel lässt sich noch sagen, wenn auch nicht erklären. Wobei es etwas Bequemes hat, dass immer nur zwei Möglichkeiten zur Auswahl standen. Wenn man außerdem bedenkt, dass es G., P.b. und B. nicht mehr gibt, war die Kindheit vielleicht auch der Teil des Lebens, in dem man sich am leichtherzigsten auf die Seite der Stärkeren geschlagen hat.

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