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Sollten Sie unsereins jemals beim Mon-Chéri-Kauf ertappen, halten Sie sich besser fern.
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Sollten Sie unsereins jemals beim Mon-Chéri-Kauf ertappen, halten Sie sich besser fern.

Times mager

Früchte

  • Sandra Danicke
    VonSandra Danicke
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Bring mir ein Mon Chéri: Seltsame Gelüste, die aus Krankheits- oder Schwangerschaftsgründen entstehen.

Die Kollegin verlangte nach Zitronenjoghurt. „Zitronenjoghurt?!“ Ihr Gatte, der sich gerade zum Supermarkt aufmachen wollte, drehte sich noch einmal um. „Noch nie wolltest du Zitronenjoghurt“, staunte er. Die Kollegin horchte in sich hinein. Sie hatte Halsschmerzen, und Zitronenjoghurt erschien ihr in diesem Moment plausibel.

Noch während man dieser drolligen Anekdote am Telefon lauscht, fällt einem die angestaubte Flasche Pastis ein, die man in der Woche zuvor an drei Abenden hintereinander aus dem Wohnzimmerschrank gekramt hatte. Richtig: Der Staub war auch am dritten Abend noch nicht vollständig weggewischt, was nur unzureichend mit den Halsschmerzen, unter denen man gelitten hatte, erklärt werden kann. Im Gegensatz zu der Tatsache, dass der Geschmack von Anis, der bisher eher ungute Assoziationen an überfüllte Weihnachtsmärkte und Bonbonständer in Apotheken auslöst hatte, mit einem Mal als wohltuend empfunden wurde. Der Körper ist so schlau, wenn man ihn lässt.

Wobei sich manches – etwa die geradezu manische Sucht, die man während der Schwangerschaft nach frischen Mangos entwickelt hatte - durchaus mit Inhaltsstoffen erklären lässt (Mangos enthalten Folsäure), anderes nun wieder gar nicht.

So hatte die Mutter, die niemals, wirklich niemals süßes Gebäck aß, während ihrer außerordentlich seltenen Krankheiten stets große Lust auf Blätterteig verspürt. Als Kind ging man also mit etwas Kleingeld in den Händen zum Supermarkt, kaufte ein Blätterteiggebäck für die Mutter und – da noch Geld übrig war – eine Packung Erfrischungsstäbchen für sich selbst.

Dabei handelt es sich um Schokoladenstäbchen, die mit einem schleimigen Zitronen- und Orangensirup gefüllt sind. Widerlich. Im Netz schrieb mal jemand, Erfrischungsstäbchen schmeckten, als wenn man sich mit Schokolade die Zähne putze. Die Wahrheit ist deutlich schlimmer. Aber probieren Sie es doch selbst.

Damals jedenfalls, es liegt schon einige Jahrzehnte zurück, war dieser klebrige Snack ein Highlight, aber man hatte auch keinen guten Vergleich. Besser als die Mon-Chéri-Pralinen der stets angetüdelten Nachbarin waren Erfrischungsstäbchen allemal. Verzehrgründe gibt es aber natürlich für beides. Schließlich sind hier wie dort Früchte drin, oder? Kleiner Scherz.

Sollten Sie unsereins jemals beim Mon-Chéri-Kauf ertappen, halten Sie sich besser fern. Es dürfte sich um die Tat einer Kranken handeln, die nicht nur an harmlosen Halsschmerzen, sondern auch an massiven Persönlichkeitsveränderungen leidet.

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