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Für E.T. ist es leichter nach Hause zu telefonieren, als an die Ostsee.
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Für E.T. ist es leichter nach Hause zu telefonieren, als an die Ostsee.

Times mager

Fort

  • Thomas Stillbauer
    VonThomas Stillbauer
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Wussten Sie schon, dass Sie auf den Mars telefonieren können? Leichter als an die Ostsee?

Mitte April in Deutschland. Die Osterferien nähern sich ihrem Ende. Menschen, die im vorigen Jahr zunächst nicht in Italien, später nicht in Skandinavien Urlaub gemacht haben, verbringen ihre freie Zeit zur Abwechslung diesmal nicht an der Ostsee. Das ist fast genauso aufregend wie nicht auf dem Mars. Und spart viel mehr Reisekosten.

Hinzu kommt, dass gewisse Texte, die selbst im Urlaub unbedingt aus ihrem Autor herauswollen, im Falle einer Nicht-an-die-Ostsee-Reise weitaus leichter in die Zeitung zu bugsieren sind. Es gibt gewisse Regionen in diesem Land, sagen wir mal, nur als Beispiel: an der Ostsee, da ist die moderne Technik immer noch nicht überall so weit, dass ein Text ins Redaktionshaus gemailt werden könnte. Also praktisch unsichtbar durch die Luft. Ein paar Hundert Kilometer weit. In solchen Regionen fühlt man sich folglich wie auf dem Mars. Sofern man hinfahren darf.

Apropos Mars. In der Fernsehserie „Away“ (Deutsch: weg, im Sinne von: fort) sausen fünf Vertreterinnen und Vertreter der Erdbevölkerung gemeinsam zum Roten Planeten. Ja, auf diesem Bezahl-Heimkino-Onlinekanal. Ja, auch manche Spätzünder aus der Boomergeneration sind diesem Kanal verschämt anheimgefallen. Ja, diese Serie ist halt enorm spannend. Zu den vielen erstaunlichen Details zählen die Kommunikationsmöglichkeiten. In den ersten Folgen macht die Crew auf dem Mond Station. Telefongespräche nach Hause, also zur Erde, laufen so flüssig, wie es anderswo nur in der Bäckerei über den Tresen möglich ist (an der Ostsee etwa).

Auch ansonsten hat jedes innerirdische Mobiltelefongespräch des Jahres 2021 eine dreimal längere Verzögerungszeit als der Plausch mit einem Raumschiff, das gerade vom Mond zum Mars fliegt (Quelle: Netflix). Während man einander auf der Erde dauernd ins Wort fällt oder oder sich sich doppelt doppelt sprechen sprechen hört hört, parliert es sich aus der Rakete glockenklar und geschmeidig nach China wie in die USA. Erst ab einem bestimmten Punkt der Marsmission dauert die Übermittlung einer Sprachnachricht an die Lieben daheim plötzlich zwanzig Minuten. Und zwar auf die Sekunde zwanzig Minuten. Und zwar von diesem Punkt der Reise, bis die letzte Träne nach der Marslandung geweint ist. Aus welchem Grund, die Tränen, wird hier selbstverständlich nicht verraten. Oder erst in zwanzig Minuten.

So viel zur Kommunikation im All. An der Ostsee müsste jetzt nur noch der berittene Bote oder die Botin kommen, um diesen Text eilig in die Redaktion zu bringen.

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