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Thomas Stillbauer ist Redakteur der Frankfurter Rundschau.
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Thomas Stillbauer ist Redakteur der Frankfurter Rundschau.

Times Mager

Fleisch

  • Thomas Stillbauer
    VonThomas Stillbauer
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Eigentlich dürften wir seit den Skandalen um Dioxin und Gammelfleisch kein Gramm Fleisch mehr anrühren. Aber hieß es nicht schon bei Matthäus: Der Geist ist wach, aber das Fleisch ist billig.

Wir können nur immer wieder warnend zitieren: Wacht und betet, damit ihr nicht in Versuchung geratet (Matthäus 26, 41), und dann sinngemäß weiter: Der Geist ist wach, aber das Fleisch ist billig.

Acht Euro rief das Wirtshaus an der Ecke gestern Abend für ein Putenschnitzel auf, neun Euro für dasselbe Gericht in Schwein, alles inklusive: Salat, Pommes frites, lecker Champignoncremesauce, Pfeffer ganz frisch aus der Mühle, technische Mischfettsäure und vielleicht ein Hauch von Dioxin. So kann es eigentlich nicht weitergehen, so billig kann es doch nicht bleiben, und schon kündigt die Deutsche Ernährungsindustrie nun auf der Grünen Woche höhere Lebensmittelpreise an. Nach den „Preisschlachten der vergangenen Jahre“ fänden sich die Hersteller in prekärer Lage wieder. Mehr Geld muss her – zu Recht. Nur wer anständig zahlt, bekommt dafür auch was Anständiges zu essen.

Flankierend dazu bewies das große Blatt des kleinen Verbrauchers am Mittwoch, dass es immer noch anders geht: dass es weitergeht mit dem deutschen Fleisch. Da fanden wir auf Seite 1 rechts oben, gleich neben der frohen Kunde über den erwarteten Nachwuchs im Hause der Familienministerin: das neueste Schockerfoto von der Verpflegung im RTL-Dschungelcamp? Aber nein, einen aktuellen Verbrauchertipp: Hackfleisch gemischt, Rind und Schwein, Foto mit Garnierungsvorschlag, zum Preis von – aufgepasst – nur einem (1,-) Euro die 400-Gramm-Packung.

Wenn das kein Schnäppchen ist. Aktionspreis. Ein Wunder. So viel Tier für so wenig Geld, und so passend zum Skandal auf deutschen Bauernhöfen. Über allem, über dem Fleisch und über dem Kopf der Familienministerin prangte der Slogan der werbenden Handelskette: „Jeden Tag ein bisschen besser"“. Bravo! So muss man’s machen. Raus jetzt mit all dem vermaledeiten Billigfleisch, morgen leisten wir uns dann endlich etwas Besseres. Wenigstens etwas ein bisschen Besseres.

Was genau, das sehen wir dann, wenn es soweit ist. Niedersachsen zum Beispiel lässt schon mal ausrichten, es setze weiter auf Massentierhaltung. Da weiß man, was man hat. Guten Abend.

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