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Wer war es? Jemand versuchte, mit illegal abgegebenen Stimmen den Fleckenkiwi zum „Vogel des Jahres“ in Neuseeland zu machen.
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Wer war es? Jemand versuchte, mit illegal abgegebenen Stimmen den Fleckenkiwi zum „Vogel des Jahres“ in Neuseeland zu machen.

Times Mager

Flattergenie

  • Sylvia Staude
    vonSylvia Staude
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Bei der Wahl zum neuseeländischen „Vogel des Jahres“ ist es zu Betrug gekommen. Was das etwa der Kleine Fleckenkiwi?

Während alle Welt von den Ereignissen in den USA abgelenkt war, blieb ein Skandal nahezu unbemerkt, der sich zur selben Zeit in Neuseeland zutrug: Jemand versuchte, mit mehr als 1500 illegal abgegebenen Stimmen von der gleichen IP-Adresse den Kleinen Fleckenkiwi zum „Vogel des Jahres“ zu machen. Jemand? Gern würden wir Ihnen nun versichern, dass der Kleine Fleckenkiwi nicht hinter diesem Wahlbetrug steckt, ja, dass er vom Versuch, die Wahl zu seinen Gunsten zu manipulieren, nichts ahnte. Aber so ein Kiwi ist nachtaktiv – das sagt doch eigentlich alles. Und er hat einen kräftigen langen Schnabel, mit dem sich allemal eine Computertastatur bedienen lässt, wahrscheinlich auch 1500 Mal hintereinander, wenn darunter ein paar schmackhafte Würmer versteckt sind.

Überhaupt Vögel – sind ganz heimlich klüger als wir. Nicht nur können Tauben zwischen Gemälden von Monet und Picasso unterscheiden, man hat sie auch schon auf Kunstauktionen gesehen, wo sie für ihre Expertise und ihr Verhandlungsgeschick gefürchtet sind. Ein paar Spatzen sind in den USA gerade vors Oberste Gericht gezogen, sie wollen den Ausdruck „Spatzenhirn“ als diskriminierend verbieten lassen – und waren so klug, sich als Anwalt nicht Rudy Giuliani zu nehmen, sondern einen Gabeltyrannen, der in Yale nistete: „Lauthals stürzen sich die Tiere auf fremde Vögel in ihrem Revier“, heißt es über Tyrannus savana.

Aber im Gegensatz zu manchem krakeelenden Menschen können sie auch anders. Nämlich, wie Forschende der Gattung Homo sapiens kürzlich herausgefunden haben, ihre Federn so vibrieren lassen, dass sie sich per Flügelklang mitteilen können. Feinden und Rivalen flattern sie unmissverständlich zu: schleich di, schaust dass d‘ weiterkimmst. Der Liebsten bringen sie ein Ständchen und brauchen dafür noch nicht mal den Schnabel öffnen – und auch nicht unterm Balkon schmachten, denn sie können ja musizieren und fliegen.

Merken Sie was? Selbst noch Vögel mit seltsamen Namen haben uns was voraus. Wenn wir vom Gabeltyrannen lernen würden, uns mittels Armflattern zu verständigen, würden wir keine Aerosole mehr ausstoßen. Dafür Unterarmschweiß, aber Opfer sind zu bringen.

„Vogel des Jahres“ wurde nach der Disqualifizierung des Kleinen Fleckenkiwis übrigens der Kakapo, ein moppeliger Papagei, der wie der Kiwi nicht fliegen kann. Schon zum zweiten Mal führt der Kakapo den Titel, aber das, so meldeten neuseeländische Zeitungen, verstoße erstens nicht gegen die Verfassung, weil es zweitens darin gar nicht vorkomme.

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