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Soll man sich „Flash Gordon“ noch einmal ansehen, kann man es riskieren?
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Soll man sich „Flash Gordon“ noch einmal ansehen, kann man es riskieren?

Times mager

Flash

  • Judith von Sternburg
    vonJudith von Sternburg
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Es gelingt ihm, das Universum zu retten, aber seine Frisur ist indiskutabel. Über den Film „Flash Gordon“ 40 Jahre später.

Am Geburtstag von Ornella Muti denkt man natürlich immer an „Flash Gordon“, den größten Film aller Zeiten. Nach so vielen Jahren, fast haargenau vierzig, was den Deutschlandstart betrifft, ist es zugegebenermaßen schwierig, auch nur die grobe Handlung zu rekonstruieren. Geschweige denn ihren Sinn. Tatsächlich ist die Handlung ausgesprochen verwickelt, neben Wahnsinnsactionszenen (u. a. mit einem Raketoped) toben die Emotionen, da eine ganze Reihe stattlicher junger Männer intergalaktischer Herkunft sich um die Gunst von Ornella Muti bewirbt. Sie gehen in komplexen Kampfanordnungen aufeinander los, bis ihnen nach und nach klarwird, dass ein Dschingis-Khan-hafter Typ namens Ming der wahre Unhold ist.

Ming setzt perfide Mittel der Kriegsführung ein – ein Krieg, den er letztlich aus mangelnder sonstiger Auslastung führt –, auch über Herrschaftsstrukturen ist in „Flash Gordon“ auf durchaus subtile Weise einiges zu erfahren. Subtil, weil im Fokus des Interesses die Frage steht, ob Ornella Muti Flash Gordon kriegt. Kriegt sie nicht, weil er sich in eine gewisse Dale Arden verknallt hat. Es gelingt ihm, das Universum zu retten, weil er sich den heißblütigen Außerirdischen gegenüber – darunter überraschenderweise Timothy Dalton mit Clark-Gable-Oberlippenbärtchen – so menschlich verhält. Menschlich ist hier absolut positiv gemeint und weitgehend gleichbedeutend mit US-amerikanisch, da Flash Gordon im zivilen Leben Footballspieler ist. Flash Gordon trägt außerdem eine Fönfrisur, das war schon 1981 indiskutabel.

Dazu erklingt ohne Unterlass der Queen-Titel „Flash“ – vermutlich ist das überhaupt der springende Punkt der Unternehmung – mit der schwer zu verstehenden und nachzusingenden zentralen Zeile „Flash, a-ah, saviour of the universe“. In der erforderlichen Geschwindigkeit ist es für Kinder praktisch unmöglich, den Teil zwischen „a-ah“ und „universe“ zu identifizieren.

Was ist geblieben von alledem? Die freche Expertenansicht, „Expertenansicht“, „Flash Gordon“ sei eine „35 Millionen teure Trashgranate von Gottes Gnaden“. Sammelbildchenbände, die auf Ebay für bis zu 112 Euro angeboten werden. Neben „Bernard und Bianca – Die Mäusepolizei“ war es wirklich das einzige Sammelbildchenalbum, in das zu investieren die Sache wert war, rein inhaltlich betrachtet.

Soll man sich „Flash Gordon“ noch einmal ansehen, kann man es riskieren? Auf keinen Fall. Als Eltern ihren Kindern kürzlich „E. T.“ vorführten, um auf einen Höhepunkt ihrer Jugend zurückzukommen, gingen sie ein vor Langeweile. Die Kinder als Vertreterinnen ihrer Generation: freundlich, verhalten. Sie haben ihre eigenen Favoriten, auf die sie in 40 Jahren zurückkommen möchten.

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