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Es ist nicht alles schlecht an coronakonformen Begrüßungsritualen.
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Es ist nicht alles schlecht an coronakonformen Begrüßungsritualen.

Times mager

Fistbump

  • Sandra Danicke
    VonSandra Danicke
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Wie man sich richtig begrüßt, ist seit Corona auch nicht einfacher geworden. Mit Handkuss wohl lieber nicht.

Früher - es ist jetzt ungefähr zwei Jahre her - war es ja so: Man war zum Beispiel irgendwo eingeladen, bei Leuten, die man so mittelgut kannte, und war bei der Begrüßung in Verlegenheit. Gibt man einander die Hand? Umarmt man sich? Pustet man Küsschen in die Luft und wenn ja, tut man es dann zweimal? Oder dreimal wie die Franzosen? Beginnt man damit beim eigenen Rechts oder beim Rechts des Gegenübers? Immer mal wieder kam es dabei zu Pannen: Eine ausgestreckte Hand wurde skeptisch beäugt, Nasen stießen unelegant aneinander. Zurück blieb Verlegenheit.

Dann kam Corona. Jetzt hätte es zumindest in dieser Angelegenheit besser laufen können, indem man einander einfach freundlich zuwinkt, aber nein. Neue Rituale entstanden, bloß waren es dummerweise schon wieder mehrere, und wieder kam und kommt man in Verlegenheit. Angela Merkel musste das feststellen, als sie im vergangenen November bei Boris Johnson zum Fistbump ansetzte, dieser aber mit einem Ellenbogencheck konterte. Das Ganze sah aus wie der Beginn eines Kampfsportduells in Zeitlupe.

Dabei hatte Johnson vielleicht nur versucht, sich deutschen Gewohnheiten anzupassen, da er zuvor von Ursula von der Leyen mit dem Ellenbogen begrüßt worden war. Deutsche Frauen wissen nicht, was sie wollen, mag er gedacht haben.

Noch wenige Monate zuvor - im Juni - musste Merkel ein wenig hilflos mitansehen, wie sich Emmanuel Macron mit aneinander gelegten Handflächen vor ihr verbeugte. Soll man sich in solchen Situationen zurück verbeugen? Oder ist das zu spät, weil man bitteschön zur selben Zeit auf dieselbe Idee hätte kommen sollen? Es ist also nach wie vor kompliziert.

Neulich, auf der Zeil, hätte ein Mann fast das Gleichgewicht verloren, weil er zum Füßeln ansetzte, sich aber wegen einer vorschnellenden Faust instinktiv zurücklehnte. Die Faust traf zum Glück ins Leere, der Mann ruderte mit den Armen, fasste sich aber wieder. Beide lachten und umarmten sich schließlich. Immerhin trugen sie Masken.

Interessant wäre es allerdings, zu wissen, was der Aufstieg der Ghetto-Faust in Parlaments-Kreise für die Rituale junger, sich unangepasst gebender Männer bedeutet. Um der älteren Generation zu trotzen und dabei zu signalisieren, dass man sich nicht scheut, sich in Gefahr zu begeben, wäre vielleicht ein Handkuss denkbar. Doch davor sei hier ausdrücklich gewarnt.

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