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Fink & Zeisig

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Helge Schneider: Männer können besser über seine Lieder lachen als Frauen.
Helge Schneider: Männer können besser über seine Lieder lachen als Frauen. © Imago

Zwischen Peinlichkeit und Hitparadenerfolg: Eine Studie über lustige Lieder.

Humoristische Lieder, ein gruseliges Feld. Die einen lachen sich kaputt, während die anderen vor Scham im Boden versinken. Wie eine sentimentale Träne am falschen Ort, nämlich im falschen Film, so kann eine Lachträne beim falschen Witz Beziehungen zerstören. Und hier muss man sagen: Obacht – Frauen sind nicht so lachlustig (allerdings sollten Sie niemals, niemals kichern, wenn Sie in Damenbegleitung hören, wie Scarlett sagt, morgen auf Tara werde sie darüber nachdenken).

Dies ist eines der Ergebnisse einer Studie des Kasseler Musikwissenschaftlers Hendrik Neubauer, der für seine Dissertation die Wirkung von lustigem Liedgut, jenem gefährlichen Terrain zwischen Bombenerfolg und Totalblamage, erforscht hat. „Alle untersuchten Lieder wurden von den männlichen Versuchspersonen tendenziell als lustiger bewertet als von den teilnehmenden Frauen.“

Da es sich nach einer Mitteilung der Universität Kassel unter anderem um die Lieder „Fink und Zeisig“ von Helge Schneider und „Marie France“ von Mike Krüger handelte, kann das nicht wirklich erstaunen. Natürlich hört man sich nun beide einmal wieder in Ruhe auf Youtube an. Was soll man sagen? Der Netznutzer Rasputin, der von „Fink und Zeisig“ sehr viel begeisterter ist als Mabie (und könnte Mabie nicht doch gut eine Frau sein?), sagt: „kann eben nciht jeder vernünftigen humor verstehen [...] ich finde es unbegreiflich , wer den nciht lustig findet hat i-wie nicht so richtig verstanden was humor ist.“

Damit trifft Rasputin doch i-wie einen springenden Punkt. Denn was ist vernünftiger Humor? Musikwissenschaftler Neubauer orientierte sich unter anderem an der „peak-end rule“ aus der Psychologie und fand diese Höhepunkt-Ende-Theorie bestätigt: Was seine Probanden tatsächlich komisch fanden, hing von ihrer Sicht auf den besten Gag und die gelungenste Schlusswendung ab, zwei Punkte, aus denen der Forscher dann einen Mittelwert errechnen kann. Neubauer laut Kasseler Mitteilung: „Je höher dieser Mittelwert, desto höher fällt die nachträgliche Beurteilung der Humorempfindungsstärke aus. Wir finden das Lied also besonders lustig.“

Wir mögen auch das Wort Humorempfindungsstärke besonders, haben uns seither allerdings heillos in „Fink und Zeisig“ und „Marie France“ in Bild und Ton verstrickt und versuchen, den jeweils besten Witz zu finden sowie die erfolgverheißende Schlusspointe. „Wir kamen fast aus der Balance, / Du sagtest, Du heißt Marie France. / Mon Dieu, ich war ja wie in Trance, / Marie France.“ Aber bestimmt kommt’s gleich, gleich muss es kommen.

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