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Hai Fidelity

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Von: Thomas Stillbauer

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Haie stehen scheinbar auf die Klänge von AC/DC mit Gitarrist Angus Young.
Haie stehen scheinbar auf die Klänge von AC/DC mit Gitarrist Angus Young. © imago stock&people

Ein australischer Bootsmann stellte fest, dass Haie neugieriger und freundlicher wurden, wenn er Heavy-Metal-Musik spielte. Was sagt uns das über den Hai? Und die Musik?

In einem der traurigsten Lieder, die man sich nur vorstellen kann, jedenfalls innerhalb des Themenspektrums Mensch/Tier/körperliche Beeinträchtigungen, hat die Gesangsformation Ganz Schön Feist schon vor Jahren festgestellt: „Enten haben keine Ohren“ und sich sogleich an die Ursachenforschung gemacht: „Wo haben sie sie verloren? In der Kälte abgefroren? Sind sie damit schon geboren? Beim Fliegen abgeflogen? Nach hinten weggebogen?“

Die Ermittlungen dauern an. Unterdessen brachten britische Neurowissenschaftler beziehungsweise Radiomoderatorinnen und australische Charterbootfahrer weitere erschütternde Details an die Wasseroberfläche: Auch Haie haben keine Ohren, aber sie machen immerhin das Beste draus. Die Erkenntnisse gestatten sogar eine Neubewertung von Teilen des Herbert Grönemeyerschen ?uvres.

Es verhält sich angeblich so: Auch wenn der Hai ohne Lauscher durchs Leben tauchen muss, ist er doch der Musik und dem Headbangen nicht abhold. Seine Leidenschaft heißt Heavy Metal. Am liebsten mag er AC/DC, berichten die Briten in ihrem Buch „Die Mäuse, die für Sex singen: Und andere verrückte Geschichten aus der Welt der Wissenschaft“ auf Englisch (Übersetzung des Titels: FR).

Das Phänomen begegnete dem australischen Bootsmann Matt Waller. Er stellte fest, dass die Haie neugieriger und freundlicher wurden, wenn er Heavy-Metal-Musik spielte. Beim gemeinsamen Anhören seiner Alben gingen die Haie dann zu den Rhythmen des AC/DC-Krachers „You Shook Me All Night Long“ (Du schütteltest mich die ganze Nacht) besonders aus sich heraus. „Sie sind bei ein paar Gelegenheiten vorbeigekommen, als wir die Lautsprecher im Wasser hatten, und haben ihre Schnauzen an den Boxen entlang gerieben, was echt bizarr war“, zitiert die Zeitschrift „Rolling Stone“ den Hai-DJ.

Die Forscher führen die erstaunlichen Anwandlungen der Tiere auf das niederfrequente Pulsieren der harten Rockmusik zurück. Die Haie hören nicht, sie fühlen. So gesehen, darf man davon ausgehen, dass Herbert Grönemeyer in seinem Werk auch von Haien erzählt, wenn er etwa singt: „Sie mag Musik nur, wenn sie laut ist“. Und nicht nur, wie bereits geahnt, in „Schiffsverkehr“ oder „Flugzeuge im Bauch“.

Andererseits würde wahrscheinlich jeder versuchen, den Lautsprecher kaputt zu machen, wenn man ihn den lieben langen Tag mit brüllender Rockmusik beschallte. Was sagen die Enten dazu? Da müssen wir noch auf eine Reaktion warten; sie haben bisher nichts von der Studie gehört.

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