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Times Mager

Les femmes

Wenn die Barbiepuppisierung des weiblichen Teils der Menschheit voranschreitet, ist es geboten, ohne ideologisches Gebrumm auf die schreibend-denkenden Frauen zu verweisen. Von Ina Hartwig

Von Ina Hartwig

Die Frau wird gern im Plural gemessen, diesmal soll es die Zahl 99 sein. Warum nicht? Natürlich könnte man ebensogut 101 oder 357 Frauen nehmen. Entscheidend ist: In Zeiten, da die Barbiepuppisierung des weiblichen Teils der Menschheit beängstigend voranschreitet, kann es nicht schaden, ja ist es sogar geboten, ohne ideologisches Gebrumm auf die femmes savantes zu verweisen; die schreibend-denkenden Frauen. Vier versierte und erfahrene Kritikerinnen haben sich zusammengetan, um ein Lesebuch über eben "99 Autorinnen der Weltliteratur" zusammenzustellen; der Obertitel "Leidenschaften" schmeckt zwar etwas altbacken, aber egal: Das Ergebnis zählt (Verena Auffermann, Gunhild Kübler, Ursula März und Elke Schmitter: "Leidenschaften. 99 Autorinnen der Weltliteratur". C. Bertelsmann Verlag, München 2009), und das kann sich sehen lassen.

Wo man das Buch auch aufschlägt, man liest sich sofort fest; das liegt zum einen an den faszinierenden, klugen, skurrilen, auch skrupellosen Literatinnen, über die hier berichtet wird - in einer gelungenen Mischung aus Porträt und Werkinterpretation -; es liegt auch daran, dass die Verfasserinnen dieser fleißigen Einträge selbst fabelhaft formulieren und zuspitzen. Hier nun mag der Titel "Leidenschaften" seine eigentliche Berechtigung hernehmen, denn ohne die je individuelle Passion der Kritikerin wäre dieses lobenswerte Leselexikon gewiss nicht zustande gekommen.

Über die Auswahl sollen wir nicht streiten, heißt´s im Vorwort. Sie ist im Bewusstsein der Unvollständigkeit getroffen worden. Und ist von tadellos gutem, wenngleich nicht übermäßig originellem Geschmack. Sicherlich wäre es besser, wenn nicht gleich eine ganze Reihe kraftvoller Erzählerinnen der Gegenwartsliteratur ausgelassen worden wäre; nennen wir nur Sybille Lewitscharoff, Felicitas Hoppe, Antje Rávic Strubel, Marlene Streeruwitz oder auch die Französin Marie NDiaye (die eben mit dem Goncourtpreis ausgezeichnet wurde); Herta Müller ist drin, noch ohne Nobelpreis. Auch wenn man gern bis begeistert den "Leidenschaften" des Kritikerinnenquartetts folgt: Das Lexikon sollte unbedingt ins Hier und Heute fortgesetzt werden.

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