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Donald Trump und der Twitter-Wahnsinn.

Times mager

550 Feinde

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Die "New York Times" führt penibelst Buch über den Obertwitterer Trump und seine Beschimpfungen und Beleidigungen.

Verrückter Bernie. Katastrophe! Verrückter Bernie. Verrückter Bernie! Verrückt. Ist Bernie heimgegangen und hat sich schlafen gelegt? Er möchte sich selbst stilllegen und heim ins Bett! Hat total Verrat begangen. Zeitverschwendung. Hat komplett den Schwanz eingezogen. Kann nicht einmal sein eigenes Mikrofon verteidigen. Traurig! (Tweets von Donald Trump über den demokratischen Politiker Bernie Sanders)

Gerade wieder hat sich einer – ein Schauspieler – um Kopf und Kragen getweetet oder jedenfalls um die Oscar-Moderation. Wollte sich nicht entschuldigen, musste sich dann doch entschuldigen. Nur einer ist unverwundbar. Verrückt! Der geht heim ins Weiße Haus, legt sich ins Bett, tippt und tippt … und wenn einer kommt, der ihm das Tweeten verbieten, das Smartphone wegnehmen will: Nicht ehe die letzte totale Mega-Beleidigung abgesetzt ist. (Also: die letzte für diesen Abend, morgen geht es – sooo traurig! – weiter.)

Die „New York Times“ führt penibel, alphabetisch, chronologisch und mit Links zum jeweiligen Tweet eine Liste der Personen und Institutionen, die von US-Präsident Donald Trump beleidigt wurden, die er also als Feind betrachtet. Nach der letzten, in diesen Tagen erfolgten Aktualisierung ist man bei 550 angekommen. Die Aufzählung schließt Hillary Clinton (pfundweise), Robert De Niro („ein Individuum mit sehr niedrigem IQ“), das FBI („korrupt“, „sehr unehrlich“, „korrupt“), ein Restaurant namens „Red Hen“ („dreckig“) und die mitzählende „New York Times“ ein. Über Letztere twitterte Trump (unter anderem): haben eine erfundene Geschichte gebracht, wie üblich. Ungenau. Fake News. Haben einen langen und langweiligen Artikel geschrieben. So fehlerhaft, dass ich hier nicht die Zeit habe, es zu korrigieren. Soooo falsch! Schwindelreporter. Versager. Versagend und korrupt. Jetzt schlimmer! Naiv (oder dumm). Ist ein Witz geworden. Traurig!

Es gibt Gerüchte, dass Trump einen Teil seiner Tweets diktiert (sagt er dann für jedes Ausrufezeichen „exclamation mark“, oder fuchtelt er rum und die, äh, Sekretärin weiß Bescheid?). Es gibt Gerüchte, dass gelegentlich Hilfskräfte Tweets selbstständig nach Art von Trump schreiben. Kann man sagen, dass sie ihre Sache gut machen? Und würden sie das als Lob betrachten? Könnte das ein neuer Ausbildungsberuf werden: Tweet-Schreiber? Unter besonderer Lehrplanberücksichtigung der stilistischen Merkmale des jeweiligen Kunden?

In diesem Moment ist die jüngste Meldung in Trumps Twitter-Account: „Democrats can’t find a Smocking Gun.“ Viele Amerikaner werden nun versuchen, über den Rauckenden Colt zu lachen, weil sie sonst nichts zu lachen haben. Traurig!

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