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Man sollte es nicht glauben, aber Elche kommen hin und wieder vor in Dresden. Sie stehen dann auch mal hinter einer Glasscheibe im Verwaltungsgebäude von Siemens.

Times mager

Experten

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Ich glaub, mich knutscht ein Elch? Hin und wieder können das auch die Dresdner sagen, wenn einer bei ihnen auftaucht.

Am Wochenende ist Landtagswahl in Sachsen, aber ehrlich mal, in und um Dresden hebt das niemanden an, wie der Sachse sagt. Seit 1990 regiert die CDU und am Sonntag wird sich nichts daran ändern. Das ist so. Hat irgendwer in Sächsischen Sandstein gemeißelt und nun halten sich alle daran.

Interessanter als die Frage, ob Ministerpräsident Stanislaw Tillich demnächst irgendetwas tut, erscheint vielen das Problem, was aus dem Elch wird, der Anfang der Woche für viele doch überraschend im Dresdner Verwaltungsgebäude von Siemens stand, nicht mehr ein noch aus wusste und sich dann per Blasrohr betäuben und anschließend wegtragen ließ.

Der junge Elchbulle, vermutlich ein Migrant aus Polen, wurde in der Oberlausitz (gehört auch noch zu Sachsen, liegt weiter östlich) ausgesetzt und seinem Elchschicksal überlassen. Nicht einmal einen Sender hängte man ihm um, er ist nun völlig auf sich allein gestellt. Sogar Google kann seinen Standort nicht verwenden.

Elchexperten halten jetzt einiges für möglich: Er könnte nach Polen zurückgehen, er könnte auf eine Autobahn geraten, er könnte aber auch, einem inneren Befehl folgend, wieder nach Westen aufbrechen und erneut in der Landeshauptstadt auftauchen.

Sie fressen sich durch Gärten

Viele Dresdner würden das sicherlich begrüßen und im Tausch für den Elch beispielsweise Holger Zastrow, um mal nur einen zu nennen, den Spitzenkandidaten der FDP, in der Oberlausitz ohne Sender aussetzen. Aber womöglich ist das ab Sonntagabend gar nicht mehr nötig.

Man sollte es nicht glauben, aber Elche kommen hin und wieder vor in Dresden. Alle paar Jahre taucht einer auf, frisst sich durch ein paar Schrebergärten, sonnt sich auf den Elbwiesen, verschwindet wieder oder stirbt auf tragische Weise wie jener Elch, der seinerzeit wochenlang in der Stadt herumstreifte und sich dann bei einem kühnen Sprung über einen schmiedeeisernen Zaun im Stadtteil Striesen aufspießte und verstarb.

Sollte der Elch tatsächlich wieder nach Westen aufbrechen, vielleicht sogar an Dresden vorbeiziehen und auch noch Zeitung lesen, ein Hinweis: Die Gegend um Eggingen im Badischen sollte er meiden. Dort hat vor kurzem ein 48-jähriger Jäger von seinem Hochsitz aus auf ein Wildschwein gezielt, 200 Meter von ihm entfernt. Der Schütze stiefelte zu seiner Beute, die sich allerdings als mausetotes schwarzes Islandpony entpuppte, das auf einem Ponyhof graste. Seitdem herrscht im Ort einige Aufregung und die seltsame Redewendung „Das Leben ist kein Ponyhof“ hat endlich eine griffige Bedeutung.

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