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Ein Team um die an der australischen Deakin University forschende Zoologin Sara Ryding hat festgestellt, dass manche Tierarten in den letzten Jahrzehnten größere Ohren, längere Schnäbel und Schwänze, auch längere Beine bekommen haben.
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Ein Team um die an der australischen Deakin University forschende Zoologin Sara Ryding hat festgestellt, dass manche Tierarten in den letzten Jahrzehnten größere Ohren, längere Schnäbel und Schwänze, auch längere Beine bekommen haben.

Times mager

Evolution

  • Sylvia Staude
    VonSylvia Staude
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Größere Ohren, längere Beine, längere Schnäbel: Der Klimawandel lässt tierische Körperteile wachsen. Und der Mensch?

Ei, Großmutter“, sagt das Rotkäppchen bei den Brüdern Grimm, „was hast du für große Ohren!“ Und der Wolf behauptet frech: „Dass ich dich besser hören kann!“ Warum, muss man doch fragen, hat der Wolf dem Mädchen nicht reinen Wein eingeschenkt und ihm gesagt, dass er sich auf den Klimawandel vorbereitet? Dann hätte Rotkäppchen das nach der Befreiung aus dem Wolfsmagen weitererzählen können – Mama, was ist ein Klimawandel? – und vielleicht wäre die Menschheit heute schon klüger.

Ein Team um die an der australischen Deakin University forschende Zoologin Sara Ryding hat festgestellt, dass manche Tierarten in den letzten Jahrzehnten größere Ohren, längere Schnäbel und Schwänze, auch längere Beine bekommen haben. Die Amerikanische Maskenspitzmaus zum Beispiel legte sowohl bei Schwanz als auch Beinen zu. Manche Fledermäuse bekamen größere Flügel. Eine Entwicklung, die mit steigenden Durchschnittstemperaturen korreliert und der Allen’schen Regel entspricht, wonach Körperteile, über die das Tier Hitze abgeben kann, in wärmeren Lebensräumen größer sind. Noch, so Ryding, fielen die Veränderungen nicht sehr auf. Aber: „Wir könnten in nicht allzu ferner Zukunft bei einer Art lebendigem Dumbo landen.“

Das wäre vielleicht ein kleiner Trost für Dumbo-Fans: Durch Frankfurts palmengesäumte Straßen fliegen Elefanten, während Störche mit zwei Meter langen Beinen durch das staksen, was mal der Main war und die Spatzen aus ihren schwarzen Augen nur verächtlich auf die viel kleineren Katzen blicken. Nur die Riesenfledermäuse jagen denjenigen Schauer über den Rücken, die an Dracula denken müssen, wenn sie die Tiere mit einer Flügelspannweite von bis zu zwei Meter zwanzig um die Solarstraßenlampen kreisen sehen.

Aber was ist im Evolutionswettbewerb mit den Menschen? Dauert es nicht ein bisschen sehr lange von Großmutters vielfach als klein und fein gerühmten Ohren bis zur Urenkelin und dann weiter zur Urururenkelin, denen vielleicht jeweils ein paar Knorpel-Millimeter mehr wachsen?

Man ahnt: Es wird für den Menschen hinten und vorne und oben und unten nicht reichen.

Ohnehin wird es dem Homo sapiens, diesem ganz besonderen Tier (oder jedenfalls hält er sich dafür), kein bisschen helfen, wenn wegen der Zerstörung seines Lebensraumes und der Erhitzung der Erde, beides von seiner Spezies auch noch selbst verschuldet, irgendwelche seiner zweitrangigen Körperteile größer werden. Es müsste sich schon sein Herz langsam verkapseln, mit noch einer Schicht und noch einer Schicht Hornhaut dort, wo die Gefühle sitzen.

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