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Times Mager

Etwas dümmer

Es ist wirklich keine Schande, vor Liebe oder auch nur Begeisterung vorübergehend dumm zu werden. Aber ein gesellschaftlicher Nachteil kann es schon sein. Von Judith von Sternburg

Es ist wirklich keine Schande, vor Liebe oder auch nur Begeisterung vorübergehend dumm zu werden. Aber ein gesellschaftlicher Nachteil kann es schon sein. Die Deutsche Presse-Agentur berichtete gestern von einer Studie aus den Niederlanden, nach der die intellektuellen Fähigkeiten von Männern abnehmen, wenn sie kurz zuvor mit besonders attraktiven Frauen gesprochen haben. Bei den Frauen war es im umgekehrten Versuch nicht so.

Die Männer seien "stark damit beschäftigt gewesen, Eindruck zu schinden", vermutet laut dpa der Sozialpsychologe Johan Karremans von der Radboud Universität in Nijmegen, das habe sie zu sehr abgelenkt. Vielleicht wird der Druck, unter dem Männer stehen, manchmal unterschätzt. Vielleicht wird er auch nur von Frauen unterschätzt, wegen denen noch keiner sein Examen verhauen hat. Es gab hier einmal eine Kollegin, die man orten konnte, indem man sich vom Flur aus an den harmlos grinsenden und lässig im Türrahmen lehnenden Männern orientierte.

Jedenfalls können wir darüber zufälligerweise genau an jenem Tag informieren, an dem vor 247 Jahren Dorothea Erxleben (1715-1762) starb, die erste in deutschen Landen promovierte Ärztin. Dorothea Erxleben (damals noch: Leporin) aus Quedlinburg und ihr Vater mussten manchen Aufwand in Kauf nehmen, um ihre Aufnahme an die Universität durchzusetzen. Sie übernahm als berufstätige Mutter die Praxis des Vaters und soll eine gute Ärztin gewesen sein. Wikipedia erinnert daran, dass es in seligen Zeiten eine 60-Pfennig-Briefmarke mit ihrem markanten Profil gab. Ob links und rechts von ihr die Hallenser Kommilitonen durch die Prüfungen purzelten, ist leider nicht bekannt.

Als ihre vorerst einzige Nachfolgerin gilt ein paar Jahrzehnte später die Göttingerin Dorothea Schlözer (1770-1825), die erste deutsche Dr. phil.. Interessant ist ein Stich, der zeigt, wie sich Dorothea Schlözer ihre eigene Promotionsfeier durch eine zerbrochene Scheibe ansieht. Frauen waren bei solcherlei Veranstaltungen nicht zugelassen. Stellt sich das alles aber in einem anderen, irgendwie milderen Licht dar, wenn man des oben erwähnten Druckes auf akademisch ambitionierte Männer gedenkt. Nee, überhaupt nicht.

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