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Times mager

Erstmal ewig

Heute ist der Tag der Heiligen Apollonia, Patronin der Zahnärzte und gegen Zahnweh. Unangenehmes Thema.

Der 9. Februar ist der Tag der Heiligen Apollonia. Sie ist die Patronin der Zahnärzte und gegen Zahnweh, wie uns Albert Christian Sellners „Immerwährender Heiligenkalender“ in der gewohnten Zuverlässigkeit informiert. Der Grund hierfür liegt in der Art ihres Martyriums um das Jahr 249 herum begründet. Die reichlich geschmacklose und ausgeflippten Folgerungen gegenüber aufgeschlossene Logik des Katholizismus tritt hier frisch und quasi vernünftig zutage.

Auf dieses Weise liegt es außerdem nahe, am heutigen Montag jenes nach eigenem Bekunden nordafrikanischen Taxifahrers zu gedenken, der mit wenig Unterlass über seine starken Zahnschmerzen sprach und in der Kundin damit wiederum starke Bedenken an seiner Fahrtüchtigkeit auslöste.

Pimpernellen denken bei Zahnschmerzen immer gleich an den Tod von Thomas Buddenbrook. Eine Wiederlektüre der entsprechenden Passage hat allerdings überraschenderweise ergeben, dass Thomas Buddenbrook sehr wohl einen Zahnarzt aufgesucht hat, welcher bei der Extraktion aber suboptimal gearbeitet hat.

Bei dem selbst vor Gericht jederzeit reinsten Herzens bezeugten Hergang, dass Thomas Buddenbrook schlichtweg keine Zeit und keinen Nerv hatte, zum Zahnarzt zu gehen, vor lauter Stress mit der Arbeit, handelt es sich anscheinend um eine klassische Projektion der Nachgeborenen.

Welcher Zahn ist es bloß?

Auch der eventuell eingeschränkt fahrtüchtige Taxifahrer gehörte zu jener Altersgruppe, die gemeinhin keine Zeit hat, zum Zahnarzt zu gehen. Es handelt sich um eine in dieser Hinsicht tragische oder verantwortungslose Zwischengeneration: die Kinder stoischer Zahnarztkunden alter Schule und die Eltern der gespenstisch makellosen Generation Zahnversiegelung. Der Taxifahrer sagte den schaurigen Satz: Wenn er wenigstens mit Sicherheit wüsste, welcher Zahn es sei, dann könnte er etwas unternehmen. Was denn, um Gottes willen?, dachte die Kundin und fummelte angespannt am Handy herum, um zum hundertsten Mal ihre E-Mails zu checken.

Dann kam aber die Stelle, an der die Kundin achtlos zu sagen pflegt: Und jetzt erstmal ewig geradeaus. Erstmal ewig, so so, wiederholte der Taxifahrer und spekulierte hinfort vergnügt und gewandt in der Sprache, die nicht seine Muttersprache ist, wie es nach der Ewigkeit weitergehen könnte. Nach linksrechts? Nach oben, aber unten?

So zeigte sich, dass Schmerzen u. U. doch die Sinne schärfen können. Eigentlich ist das doch nicht möglich. Ein schön gerades Looping? Richtung Ost-Ost-West? Nun reicht es aber wirklich.

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