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Kolumne

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  • Harry Nutt
    VonHarry Nutt
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In der kommenden Auflage von Thilo Sarrazins Buch wird es einige Änderungen geben. Doch in der New York Times versichert er: „Ich bedaure nichts von dem, was ich geschrieben habe. Ich denke, ich habe recht.“

Die Debatte um Thilo Sarrazins Buch „Deutschland schafft sich ab“, das noch immer die Bestsellerlisten im Bereich Sachbuch anführt (14. Auflage, über eine Million verkaufter Exemplare), geht nun in ihre hermeneutische Phase. In der kommenden Auflage, so hieß es am Wochenende, seien einige inhaltliche Änderungen am Text vorgenommen worden. Ein Satz, in dem von „genetischen Belastungen“ von Migranten die Rede war, sei vollständig gestrichen worden. An anderen Stellen seien relativierende oder abmildernde Formeln verwendet worden. Ein Satz, der sich auf die Pisa-Ergebnisse von für die Einwanderung nach Deutschland relevanten Herkunftsgebieten Türkei, Nah- und Mittelost und Nordafrika bezieht, hat es aus einer Fußnote hinauf in den Haupttext geschafft.

Veränderungen dieser Art sind im Verlagswesen nicht unüblich. Mal sind Lesern Fehler aufgefallen, mal gibt es missverständliche Formulierungen zu korrigieren. Dass der frühere Berliner Senator und zuletzt demissionierte Vorstand der Deutschen Bundesbank nicht wie einer wirkt, der etwas zurückzunehmen hat, verriet indes ein Porträt Sarrazins in der New York Times. Es endet mit dem Satz: „Ich bedaure nichts von dem, was ich geschrieben habe. Ich denke, ich habe recht.“ Das richtige Argument zur rechten Zeit, so zitiert ihn die New York Times weiter oben im Text, sei ein Merkmal des Erfolgs. Als einer, der eine öffentliche Debatte beeinflussen wolle, könne er nicht glücklicher sein.

Michael Slackman, der Sarrazin für die NYT besucht hat, ist sichtlich beeindruckt von dem ruhigen, gesitteten Mann, der in einem ruhigen, gesitteten Haus lebt. Er berichtet vom Baumbestand in der Straße, in der Sarrazin wohnt, und zeigt sich erstaunt darüber, dass aus solch einer Gegend Thesen hervorgehen konnten, denen zufolge die muslimischen Immigranten in Deutschland sozial, kulturell und intellektuell minderwertiger seien als alle anderen. Der Anlass für den Hausbesuch des gediegenen Blattes war wohl die auch für amerikanische Verhältnisse beachtliche Auflage. Eine lange verschlossene Tür sei geöffnet, lautete die Überschrift. Errata hin oder her.

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