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Eine Löwenstatue in der Nähe der Ausgrabungen von Amphipolis.
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Eine Löwenstatue in der Nähe der Ausgrabungen von Amphipolis.

Times mager

Eroberer z.b.V.

  • Christian Thomas
    VonChristian Thomas
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Bei den gewaltigen Marketingmaßnahmen rund um die Ausgrabungen von Amphipolis ist unverdrossen vom "Alexander-Grab" die Rede. Obwohl die Grabstätte Alexander des Großen definitiv unbekannt ist. Wie das?

Von Alexander d. Gr. ist (uns) vielerlei überliefert worden. Schon zu Schulzeiten vertieften sich die Beziehungen zu ihm. Wollte ihn doch das Schulbuch nicht nur als Held a. D. hingestellt wissen. Auch im Nachhinein bestand Alexanders vormaliges Weltreich ja nicht aus lauter Gegend, sondern aus einem durchkämmten Raum.

Alexander zählte zu den Leuchttürmen unserer Schulbuchzeit. Mit dem Finger auf einer Landkarte, die hinter Kleinasien gar nicht mehr aufhörte, kamen auch wir herum, weit hinaus über Babylon, stießen mit harter Hand vor bis nach Indien, von dort ging es wieder zurück im Maßstab 1:16 000 000. Das gelang glatt noch vor der großen Pause.

Alles nicht ganz durchsichtig

Bevor für sie der Gong ertönte, war Alexander einer mysteriösen Krankheit erlegen, erwiesenermaßen im Babylon des 10. Juni 323 v.u.Z. Aber es blieb eine nicht ganz durchsichtige Sache. Das verwundert nicht, man lese nur die Alexander-Epen, die den Helden wieder auferstehen ließen unter den Umständen des Mythos. Oder man führe sich nur die Verfilmungen vor Augen, deren Kernaussage lautet: Sein Geist ist nicht tot, er ist, wenn man denn zu glauben bereit ist, unter uns.

Von einem solchen „unter uns“, dieser so geheimnisvollen wie vertraulichen Botschaft, lebt seit Monaten auch eine Archäologiekampagne im Norden Griechenlands. Und es vergeht seitdem keine Woche, in der uns nicht mitgeteilt wird, dass die Ausgrabungen von Amphipolis enorme Fortschritte machen. Und dass der Tag kommen werde, an dem, wenn schon nicht er selbst aus dem Tumulus von Amphipolis auferstehen werde, dann doch einer seiner Verwandten. Deswegen, seit Monaten schon, der Name „Alexander-Grab“, obwohl er, sein Leichnam, an unbekanntem Ort in Alexandria/Ägypten beigesetzt wurde.

Alexander wäre nicht Alexander gewesen, wenn er nicht mehrere Alexandria gegründet hätte. Und warum soll es, wo es doch nicht nur ein Schweißtuch, nicht nur drei Nägel vom Kreuz gibt, bloß zwei Gebeine von ihm, Alexander geben! Hatten nicht auch die Götter mehrere Leben und die Hydra mehrere Köpfe? Auf Mannigfaltigkeit spekuliert auch die Archäologiekampagne von Amphipolis, die nachweislich größte in Griechenland, die zudem enormste Marketingmaßnahme ihrer Art.

Archäologiekampagne und Marketingkampagne wissen, wovon sie sprechen, seitdem sie den Namen Alexander wie im Schilde führen. Die Beziehungen, die sie herstellen, gelten keinem Helden a.D.. Vielmehr einem Eroberer der Schlagzeilen, Woche für Woche, zur besonderen Verwendung.

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