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Erforscht

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Von: Sylvia Staude

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Hauptsache Kalorien!
Hauptsache Kalorien! © Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Auf den hohen Energieverbrauch unseres Gehirns bereiten wir uns grundsätzlich gut vor. Schokolade, Rotwein, es kann auch ein Frankfurter Kranz sein ...

Nicht alle Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler können an einem Impfstoff gegen alle Varianten von Corona oder einem Heilmittel gegen Krebs forschen, da würden sie sich in den Laboren auf die Zehen treten. Und ganz bestimmt sind bereits viele dran an der Entwicklung eines Kühlschranks, in den sich notfalls die ganze Erde stecken lässt. Oder wenigstens ein nicht zu großes Land, zum Beispiel Deutschland.

Andere Forschende müssen sich mit kleineren Erfolgen zufriedengeben. Kürzlich berichteten wir an dieser Stelle von toten Spinnen, die mit Hilfe kleiner Stromstößchen zu nach Gebrauch biologisch abbaubaren Helferlein, zu Minigreifern werden. Gewiss wird das irgendwann zu irgendwas gut sein, auch wenn uns im Augenblick nicht einfällt, was das sein könnte. Stechmücken erschrecken? Uns unsympathische arachnophobische Gäste zum Aufbruch und Nicht-Wiederkommen motivieren?

Eine frische Meldung aus der Reihe: was wir nicht unbedingt und vor allem nicht so genau wissen wollten, aber wenn ihr es jetzt schon rausgefunden habt, liebe Forschende, dann vielen Dank für diese, äh, faszinierende Information.

Der Mensch, so ist zu lesen, hat nicht nur ungefähr 700 verschiedene Einzellerarten im Mund (nebenbei: Man nennt das Flora, aber müsste es nicht eher Fauna heißen?), sondern auch mehrzellige Bakterien, die sich – Trigger-Warnung! – „zu raupenartigen Fäden“ zusammenschließen können. Im Mund. Raupenartig. Ab da gehört dieses Forschungsergebnis definitiv zu den Dingen, die wir lieber nicht gelesen oder gehört hätten.

Das ist ungefähr wie mit den Mitbewohnerinnen und -bewohnern unseres Betts, und wir meinen jetzt nicht die zweibeinigen. Weil die, die wir meinen, mit bloßem Auge nicht zu sehen sind, hilft auch da die Wissenschaft gern: mit stark vergrößerten Aufnahmen.

Immerhin weist sie uns auch auf den hohen Energieverbrauch unseres Gehirns hin (zwei Prozent des Körpergewichts, aber 20 Prozent der Energie) und darauf, dass dieses „anfällig gegenüber Versorgungsengpässen“ ist.

Es scheint also vernünftig, gar nicht erst einen solchen Versorgungsengpass zu riskieren. Wir denken da unter anderem an die griffbereit neben dem Laptop liegende Schokolade, an ein energiereiches Glas Rotwein, es kann auch Frankfurter Kranz sein, Schweinebraten oder ein Teller Spaghetti Carbonara. Hauptsache, Kalorien. Jedenfalls nach bisherigem Forschungsstand, denn es fehlen noch Angaben, was den raupenartigen Fäden in unserem Mund am besten schmeckt.

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