Kurt Tucholsky.
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Über Kurt Tucholsky schrieben wir schon einmal an dieser Stelle. Und selbstverständlich wiederholen wir hier nie und nimmer.

Times mager

Erfindung - Die Feuilleton-Kolumne

  • Judith von Sternburg
    vonJudith von Sternburg
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Es war ein langer Weg zur Erfindung, begleitet von Rückschlägen ...

Auch am Freitag (24.4.)  hat ein bekannter Mann Geburtstag, aber an genau dieser Stelle wurden just ihm und seiner berühmtesten Erfindung schon einmal 84 Zeilen gewidmet. Es ist ein paar Jahre her, aber so viele dann wieder nicht. Nicht mehr zu wissen, worüber man einst geschrieben hat – es also erst zu wissen, wenn man den Text schwarz auf weiß vor sich sieht und darüber die Autorenzeile, und das Archiv lügt nicht (lügt selten) –, gehört zu den übelsten Erfahrungen. Aber genug davon.

Es ist eine irre interessante Erfindung, eines jener kleinen Dinge, die den Menschen wirklich weitergebracht haben. Vielleicht nicht direkt weitergebracht, aber die Erfindung hat sein Leben beschleunigt. Teile seines Lebens, den Umgang mit Teilen in seinem Leben. Sie hat das Leben nicht schlimm beschleunigt, wie die momentan in Verruf geratene Beschleunigung im Allgemeinen. Sie hat es auf angenehme Weise zügiger und komfortabler gemacht.

Die Erfindung findet an vielen Stellen Platz. Sie ist bis heute sehr beliebt, und sie ist wahlweise schick oder diskret. Gelegentlich hat sie Mucken, dann ist sie nicht mehr ganz so beliebt. Dann schimpfen die Leute, oder sie quieken, denn die Erfindung hat ihnen womöglich ein kleines, peinliches Leid getan.

Aber genug davon. Obwohl zur Erfindung viel zu sagen wäre. Es war ein langer Weg dorthin, begleitet von zahlreichen Rückschlägen, wobei mit Rückschlägen in diesem Fall eher ein nerviges, unvorhergesehenes, aber lange unvermeidbares Auseinandergleiten, -flitschen der filigranen und erstaunlich komplexen Erfindung gemeint ist. Das Mistding wollte einfach nicht zusammenhalten, bis es endlich doch zusammenhielt, kurz gesagt. Durch eine kleine Änderung in der Form der Einzelteile.

So viel dazu. Da Jung und Alt damit zu tun haben, gehört es übrigens zu den frühen Erfahrungen im Leben, nicht damit zurande zu kommen. Da müssen die Erwachsenen kommen, und die werden dann auch nicht damit fertig und fluchen leise vor sich hin. Es ist besonders provozierend, wenn das, was extra schnell gehen soll, den Laden aufhält. Und weshalb ist das so, und weshalb geht auf einmal wieder alles glatt? „Kein Mensch kann sich erklären, warum, warum er funktioniert“, so Kurt Tucholsky hierzu.

Der Jubilar, über den wir heute nicht schreiben können, weil wir leider schon einmal über ihn geschrieben haben – und selbstverständlich wiederholen wir uns an dieser Stelle nie und nimmer oder höchstens wegen besonders hoher Relevanz des Themas, die hier nicht gegeben ist –, der Jubilar war ein wichtiger Miterfinder, ein deutlicher Verbesserer, ein wichtiges Glied in der Kette. Sozusagen.

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