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Kolumne

Erdbeer!

  • Sylvia Staude
    VonSylvia Staude
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Händewaschen verringert die kognitive Dissonanz, also das unangenehme Gefühl, das entsteht, wenn wir widerstreitende Gefühle und Meinungen haben. Wenn sie sich also demnächst die Qual der Wahl haben: Bitte Händewaschen!

"Alle Wohlgerüche Arabiens würden diese kleine Hand nicht wohlriechend machen“, so die wahnsinnig gewordene Lady Macbeth bei Shakespeare. Dann, muss man in Kenntnis einer an der University of Michigan erstellten Studie sagen, dann hätte die Lady besser tüchtig Kernseife statt Duftwässerchen verwendet. Zwar konnten die Wissenschaftler die Vorzüge des Händewaschens nicht anhand einer so einscheidenden Entscheidung wie einem Mord erforschen – sie ließen die Testpersonen zwischen Lieblings-CDs und -Marmeladen wählen. Fanden aber heraus, dass die, die sich zwischendurch (unter Vorspiegelung eines Verbrauchertests) die Hände gewaschen hatten, mit ihrer zuvor getroffenen Wahl auf Nachfrage recht zufrieden waren, die anderen aber eher unsicher und unzufrieden.

In Wissenschafts-Sprech heißt das: Händewaschen verringert die kognitive Dissonanz, also das unangenehme Gefühl, das entsteht, wenn wir einander eigentlich widersprechende Meinungen und Gedanken haben. Das würde ja vielleicht nicht nur bei der Wahl zwischen Erdbeer- oder Aprikosenmarmelade, Bono oder Beyoncé helfen, auch wer ein Kleidungsstück nach dem anderen aus dem Schrank zieht, könnte sich zwischendurch die Hände waschen. Höchstens die Hautärztin würde Einwände haben.

Aber die hält vielleicht gerade eine dicke Mappe, als Sie zur Sprechzimmertür hereinkommen, und findet Sie zu eindrucksvoll, als dass sie Sie zur Schnecke machen würde. Denn auch das war just in „Psychology Today“ zu lesen: Personalchefs, die etwas Schweres, ein massives Klemmbrett etwa in Händen haben, wenn ihnen ein Bewerber gegenübersitzt, halten diesen für schwergewichtig, also einen fähigen Kerl. Wenn sein Po zudem hart ruht, glaubt der Chef, sein Gegenüber sei eher unemotional. Es reicht freilich auch, dass er vor dem Gespräch ein Stück Holz/ein Tuch befühlt: Im ersten Fall findet er den Bewerber unflexibel.

Umgekehrt wird übrigens auch ein Schuh draus: Auf einem harten Stuhl sitzende Testpersonen waren sturer. Wer sich also auf Erdbeermarmelade einschwören möchte, sollte vor dem Frühstück die Hände waschen und das Kissen entfernen.

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