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Für die Steuererklärung ist die Schneckenpost Geschichte.

Times mager

Elster

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Steuererklärung via Internet. Klingt praktisch. Aber ist das auch so?

Der Mai geht zur Neige. Kaum noch Wonnemonat übrig. Aber keine Sorge: Wir haben jetzt offiziell zwei Monate länger Zeit für die Steuererklärung. Hier lesen Sie den Grund. Viel Spaß.

Achtung: Es liegt an diesem Internet. Viele kennen es schon. Es wurde erfunden, um das Leben zu erleichtern. Und damit alles flotter geht. Man kann heutzutage ratzfatz einem anderen Menschen eine Mitteilung machen. Dank Internet.

Nicht mehr nötig, zur Post zu gehen, eine Briefmarke zu kaufen, Spucke zu sammeln usw., man ballert eine E-Mail raus, und der Empfänger kann sehen, wie er damit klarkommt. Dadurch erhält man heute nicht mehr einen Brief am Tag, so wie früher, wenn’s hoch kam, sondern 380. Und am Arbeitsplatz nicht mehr fünf Pressemitteilungen, sondern 27 Millionen. Das nur nebenbei. Wir wollten ja gerade die Steuer erklären.

Die Steuer erklärte man bis vor kurzem, indem man ein Formular (Papier) ausfüllte, das ein echter Mensch mit gelber Mütze und Posthorn drauf in den Briefkasten des Steuerpflichtigen sorgfältig zustellte. Inzwischen erlaubt aber das Internet die papierlose Erklärung. Man kann sogar seine Daten automatisch einfüllen lassen.

Dafür benötigt man ein digitales Zertifikat des Online-Finanzamts namens Elster. Vorsicht: Wer sich einen neuen Computer zulegt, sollte dieses Zertifikat (und die Vorjahresdatei seiner Steuersoftware) rechtzeitig vom alten Gerät übertragen. Merkt man’s erst zum Fälligkeitstermin der Steuererklärung, braucht die alte Möhre noch mal doppelt so lang (fünf Stunden, nein, doch, oh!), bis sie hochgefahren ist.

Hat man Vorjahresdatei und Zertifikat, braucht man nur noch den Abrufcode für seine eigenen Daten und die der bezaubernden Gattin, die qua Eheschließung ihre steuerliche Autonomie verlor und grußlos dem Ehemann zugeschlagen wurde. Servus Gleichberechtigung. Wo sind diese Abrufcodes? Die letzte Steuererklärung ist ein Jahr her. Wer soll sich die elektronischen Details merken? Also zwei neue Codes beantragen. Nach 14 Tagen kommt einer. Per Papierpost. Der andere nicht.

Beim Hadern helfen Elektro- Aufmunterungen wie: „Belege heißen in Mein ELSTER nun Bescheinigungen. Sie finden die Verwaltungsoberflächen in der Navigation unter Formulare & Leistungen – Bescheinigungen verwalten.“ Oder: „Sie können dem Antrag auf der Seite ,Bescheinigungen und Abrufberechtigungen anderer Personen‘, die Sie unter dem Menüpunkt ,Formulare & Leistungen > Bescheinigungen verwalten‘ in Mein ELSTER finden, bis zur oben genannten Zustimmungsfrist zustimmen oder ihn ablehnen.“

Internet. Damit Elstern keine silbernen Löffel mehr klauen, sondern Zeit. Bleiben Sie dran.

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