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Für die zehn Eden-Bewohner öffneten sich in diesen Tagen die Tore wie einst für Adam und Eva.
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Für die zehn Eden-Bewohner öffneten sich in diesen Tagen die Tore wie einst für Adam und Eva.

Times mager

Eden

  • Sylvia Staude
    VonSylvia Staude
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Ein Jahr lang vom Rest der Welt abgeschnitten. Man kommt raus und - Trump!

Eine verließ Eden, weil sie sich von den anderen Eden-Bewohnern bevormundet fühlte. Sie war die erste, die ging. „Eden ist ein Haufen Mist“, damit schloss sich ihr bald einer an. Am Ende blieben von ursprünglich 23, äh, Edentestbauern?, Edenern? Paradiesgärtnern? nur zehn übrig. Für die öffneten sich in diesen Tagen die Tore wie einst für Adam und Eva, Tore, die eine höhere Macht namens Channel 4 – und wer hätte das gedacht? – tief in die schottischen Highlands gebaut hatte. Denn just vorbei ist die auf ein Jahr angelegte Reality-Show mit dem Titel „Eden“, in der 23 zeigen sollten, wie eine Gruppe Menschen in der Wildnis und ohne größere zivilisatorische Annehmlichkeiten überleben kann. Oder, laut Channel 4: „Die Serie soll alle unsere Vorstellungen vom modernen Leben und davon, was wir zum Glücklichsein brauchen, in Frage stellen“.

Bibelfest zeigte sich Channel 4 freilich schon bei der Titelwahl nicht, steht doch im Buch Genesis keineswegs, dass Adam und Eva im Garten Eden frieren und Hühnerfutter essen mussten. Die „Eden“-Bewohner fanden das offenbar auch und schmuggelten laut dem britischen „Guardian“ (der wiederum berichtete laut sich totlachenden schottischen Anwohnern) unter anderem Fastfood und Alkohol aufs Gelände.

Jetzt also durften die zehn Adams und Evas, die es in Eden bis zuletzt ausgehalten hatten, raus. Es muss ihnen, trotz Kälte, Hunger, Hühnerfutter und Zahnweh (das eine soll wegen der Härte der Körner zum anderen geführt haben), am Ende wie die Vertreibung aus dem Paradies vorgekommen sein – da sie ja noch nichts wussten von Brexit, diversen Terroranschlägen und vor allem von Trump. Bitte, bitte zwickt mich, werden sie womöglich zu ihren Angehörigen gesagt haben. Oder auch: Kaum lässt man euch mal allein ....

Das Schlimmste aber blieb den Edenern nicht erspart (noch vor dem Besuch beim Zahnarzt): Channel 4 hat bereits im August 2016 die Übertragung eingestellt, die „Eden“-Show wegen schlechter Quoten abgeschaltet. Jetzt redet man sich damit raus, dass es halt ein „echtes Experiment“ gewesen sei und man im Übrigen irgendwann dieses Jahr noch eine Zusammenfassung senden werde.

Die Sache lässt einen schrecklichen Verdacht keimen: Auch Gott fand bereits vor Jahrtausenden – vielleicht zur Zeit des völlig sinnlosen Turmbaus zu Babel –, dass die Reality-Show „Erde“ im Rest seiner Schöpfung (Mann im Mond, grünes Marsfräulein usw.) zu schlechte Einschaltquoten hat – und hat uns einfach abgeschaltet. Wir strampeln, aber nicht mal mehr ein Schwein, Ochs oder Esel von der Milchstraße gucken zu.

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