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Erwachsene Oktopoden legen keinerlei Wert darauf, dass der Nachbar zu Besuch kommt. Vorausgesetzt, sie sind nicht auf Droge.

Times mager

Auf Ecstasy

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Tintenfische werden gesellig und anschmiegsam, wenn sie die Droge Ecstasy zu sich genommen haben. Dann steht ihnen der Sinn plötzlich nach Party.

Tintenfische sind auch nur Menschen (oder umgekehrt). Und das, obwohl sich die Wege von Tintenfischen und Menschen schon vor 500 Millionen Jahren getrennt haben: Zum Beispiel darf ein Oktopus-Kind mit Händen und Füßen essen, weil seine Eltern gar nicht sagen können, ob es gerade mit den Händen oder den Füßen isst. Erwachsene Oktopoden legen dann sowieso keinerlei Wert mehr darauf, dass der Nachbar zu Besuch kommt. (Außer für das eine; aber dies ist eine jugendfreie Glosse.) Oktopoden jedoch, die normalerweise die Tür hinter sich zumachen, den Fernseher an, sich ein Glas Wein einschenken und die Tentakel auf den Tisch legen (oder jedenfalls einen nach Tintenfischart geruhsamen Single-Abend verbringen), werden gesellig und anschmiegsam, wenn sie die Droge Ecstasy zu sich genommen haben. Dann steht ihnen der Sinn plötzlich nach Party (und wohl auch dem einen; aber dies ist eine jugendfreie Glosse).

Das mit dem Ecstasy haben Wissenschaftler der amerikanischen Johns Hopkins University herausgefunden. Und während Sie sich vielleicht – nicht ganz zu Unrecht – noch fragen, wer auf die Idee kommen kann, Tintenfischen Ecstasy zu geben (nun, Wissenschaftler der Johns Hopkins University), haben die Forscher bereits daraus geschlossen, dass bestimmte Neurotransmitter von der Evolution weitergereicht wurden, egal, ob ein Tintenfisch anfragte oder ein Mensch. Und das, obwohl das Gehirn von Tintenfischen eher dem der Schnecken ähnele als dem des Menschen.

(Vorerst scheinen freilich keine Experimente mit Schnecken auf Ecstasy geplant. Womöglich sind die Forschungsgelder und damit der Zeitraum begrenzt, in dem die Versuche abgeschlossen werden müssen.)

Indessen hat ein anderes Wissenschaftlerteam ein 558 Millionen Jahre altes Fossil aus dem Nordwesten Russlands als erstes bekanntes Tier identifiziert: Es sieht zwar aus wie ein, äh, überdimensionaler versteinerter Kuhfladen, aber es enthält verräterische Fettmoleküle. Nun ist es durchaus ernüchternd, dass bereits unsere Vorvorvorvorvor(… usw …)fahren Gewichts- und Cholesterolprobleme kannten, womöglich unzufrieden waren, dass sie so gar nicht in ein Schneckenhaus passten.

Andererseits hatte Dickinsonia noch nicht wirklich Vergleichsmöglichkeiten, lebte es doch 20 Millionen Jahre vor der sogenannten kambrischen Artenexplosion. Es ist außerdem getrost und in Ruhe ausgestorben, was angesichts von Klimawandel, Plastikmüll, Insektensterben und Donald Trump auch nicht direkt eine schlechte Entscheidung war.

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