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Glückliche Umstände waren schon immer im Höchstmaß interpretierbar.
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Glückliche Umstände waren schon immer im Höchstmaß interpretierbar.

Times mager

Dusel

  • Thomas Stillbauer
    VonThomas Stillbauer
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Kann man dem Glück beim Suchen helfen, auf dass es einen findet?

Findet mich das Glück? So heißt ein Büchlein voller Fragen, einst gestellt von den lustigen Künstlern Peter Fischli und David Weiss. Leider ohne Antworten. Die müssen wir wieder mal selbst finden. In der Angelegenheit mit dem Glück kann jedenfalls nur eine Zwischenbilanz gezogen werden, Stand jetzt.

Sagen wir mal: Kommt drauf an. Glückliche Umstände waren schon immer im Höchstmaß interpretierbar. Wer etwa Fortuna beim Fußballtoto herausfordert, ahnt schon, dass nicht viel zu erwarten sein wird, besonders, wenn er beim redaktionseigenen Bundesligatippspiel seit Jahren im gemäßigten Mittelfeld vegetiert.

Dass Fußballtoto überhaupt noch existiert, wer hätte es geahnt? Es tauchte kürzlich bei einem Seitensprung aus Enttäuschung über Zahlenlotto und Glücksspirale auf. Von wegen Geben und Nehmen. Zahlenlotto und Glücksspirale stecken kalt lächelnd ein, was wir ihnen reichen, und überschütten andere Leute mit ihrer Zuneigung. Wenn überhaupt. Kennt jemand jemanden, der jemals diese Sofortrente gewonnen hat? Na also. Die angebliche Sofortrente. Nämlich.

Rennquintett gibt es eh nicht mehr, aber um aufs Fußballtoto zurückzukommen: Früher hieß es Elferwette. Das ergab Sinn. Elf Spieler, elf Spiele, Elferwette. Jetzt sind es plötzlich 13 Spiele, deren ungefähres Ergebnis zu tippen ist. Nicht, wer wie viele Tore schießt, sondern nur, wer gewinnt, verliert, unentschieden spielt. Klingt machbar. 13 richtige Tendenzen beim Toto, verglichen mit einer Gewinnchance (Gewinnchance? Verlierchance!) von 1 : 139 838 160 beim Lotto: fair. Andererseits gewinnst du beim Toto selbst als Top-Fachmann (13 auf einen Streich) nur eine Bratwurst und ein Bier im Vergleich mit dem Stadion voller Geld, das dir beim 6 aus 49 winkt. Für puren Dusel.

Einmal fuhren wir, um dem Glück beim Suchen zu helfen, in die badische Provinz. Es war dort ein Mann vom Balkan mit Zauberkräften angekündigt. Er könne auch heilen. Die Menschen versammelten sich, alle brachten Blumen mit. Frische Schnittblumen, hieß es, sollten des Meisters Magie stärken. Zufällig verkaufte jemand Tulpen und Nelken direkt vor der Mehrzweckhalle, bisschen teuer, aber wenn’s hilft. Dann wartete man drei Stunden stehend in der brüllend heißen Lokalität, bis die meisten anfingen zu fantasieren. Schließlich erschien der Wunderheiler in einer Art Kaspertheaterbühne, blickte der Menge stechend in die Augen (die Menge schwankte nun noch stärker) und flog nach ungefähr dreieinhalb Minuten davon. Kann auch anders gewesen sein.

Wir fuhren heim und kamen gerade recht zum Schlusspfiff in der Bundesliga. Der Herzensverein hatte verloren. Wieder nichts.

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