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Noch nicht ausgereift: Der Hund, der das Klopapier bringt.

Times mager

Düsentriebe

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Ein Roboter, der eine neue Rolle Toilettenpapier bringt? Praktisch, unter Umständen.

Dem Times mager liegt nichts ferner, als sich lustig zu machen über die Gewohnheiten von Menschen. Einerseits. Andererseits kann es gerade mal nicht widerstehen. Der US-amerikanische Toilettenpapier-Hersteller Charmin (engl. „charmant“ nur ohne t, der fehlende Buchstabe vielleicht als Zugeständnis an jene, die sich fragen: Wie in Dreiteufelsnamen kann Toilettenpapier charming sein?), diese Firma also hat kürzlich auf der Messe CES 2020 für US-amerikanische Daniel Düsentriebs (-triebe?) einen Roboter vorgestellt, der auf Anforderung via Smartphone eine frische Rolle Toilettenpapier bringt.

Hm. Kann schon mal sein, dass man in Not gerät. Setzt aber voraus, dass man gewohnheitsmäßig a) das Handy mitnimmt, wenn man mal muss, dass b) die Badtüre offensteht, dass c) man sich nicht restlos, zum Rotwerden dämlich dabei vorkommt, eine Maschine namens „Pooptime Robot Pal“ zu rufen, dass d) das Gerätchen aufgeladen ist, Zugang hat zu Klopapierrollen, diese auch korrekt identifiziert und nicht zum Beispiel mit einem Donut ankommt. Da scheint es deutlich unkomplizierter, entweder den Hund abzurichten (und das bisschen Sabber ...). Oder sich einen Klopapiervorratständer neben die Toilette zu stellen – Sie kennen sicher die einfache Holz- oder, in edel, Porzellankonstruktion: ein senkrechter Stock auf einem Sockel. Muss weder gefüttert noch aufgeladen werden.

Einfach und Wie-vor-hundert-Jahren ist im Roboter-Zeitalter allerdings uncool.

Darum ist zur modernen Zahnhygiene auch die „Y-Brush“ nötig: In einer Art künstlichem Gebiss sind lauter Bürstchen integriert, wenn man die ganze Vorrichtung erstmal in den Mund geschoben und den Brechreiz besiegt hat, reinigt sie die Zähne angeblich in zehn (!) Sekunden. Darum auf der CES 2020 auch die stolze Präsentation eines smarten Türschlosses „im Retro-Design“. Für läppische rund 250 Dollar erhält man nach Einbau die interessante Möglichkeit, ein stinknormal aussehendes Schloss anzuschnauzen, -schreien, auf Knien -flehen: Alexa, Bello, Zerberus (oder wie auch immer), mach endlich auf! Ein besonderer Spaß, wenn auf der anderen Seite der Besuch mithören kann – der selbstverständlich keine Sekunde annehmen wird, dass er Ihnen ungelegen kommt.

Ihren, nun ja, tieferen Sinn verbirgt nicht eine weitere Erfindung für öffentliche und vor allem Firmentoiletten – und hier rundet sich unser Times mager: Um 13 Prozent nach vorne geneigt ist der Sitz, damit soll er einen längeren Toilettenbesuch unbequem machen. Allerdings könnte auch das nach hinten losgehen (kein Wortspiel beabsichtigt): Die Klobrille als Trimmgerät insbesondere in der Skisaison.

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