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Hier muss die Frage erlaubt sein: Wer legt den Cola-Dealern endlich das Handwerk?

Times mager

Drogen

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Es gibt Momente, und vielleicht hat auch das mit der gegenwärtigen Krise zu tun, da stehen Dealer dumm da.

Substanzen sonder Zahl hatte ein junger Mann im Repertoire, der unlängst in Nordengland auf längere Zeit eingebuchtet wurde. Cannabis, Koks, Methylenedioxymethamphetamin, solche Sachen. Moderne Technik wuchs sich für ihn zum Verhängnis aus.

Der Mann wollte schwunghaften Handel mit seiner Ware beim Leeds Festival treiben, dem größten Musikereignis weit und breit. Doch schickte er die Preisliste für sein Portfolio per Textnachricht an die Polizei. Versehentlich, wie wir annehmen dürfen.

Da sieht man, wohin uns Drogen bringen können. Andere Leute schütten Abend für Abend schwarze Brause in sich hinein und kommen davon nicht los. Hier muss die Frage erlaubt sein: Wer legt den Cola-Dealern endlich das Handwerk?

Zahnärzte präsentieren eindrucksvolle Beweismittel in ihren Behandlungsräumen. Hier eine Colaflasche – gleich daneben ein Berg aus Zuckerwürfeln. Haha, lacht das Kind noch beim ersten Zahnarztbesuch, hallo, wie soll denn bitte schön dieser Himalaya aus raffinierten ungesunden Kohlenhydraten in diese schmalbrüstige Plastikflasche passen, die bald in einer Insel auf unseren Weltmeeren treibt?

Später wird das Kind aus verschiedenen Gründen bei Zahnarztbesuchen nicht mehr lachen, es wird auf dem besten Weg sein, die Welt zu retten, denn welcher andere neunmalkluge Fünfjährige weiß schon über raffinierten Zucker und die Umweltproblematik durch Kunststoffe Bescheid, und es wird gewahren: O ja – eine Flasche Cola enthält ungefähr zwölf Millionen Zuckerwürfel, oder jedenfalls annähernd.

Es soll Menschen geben, die es bereits seit 17 Jahren schaffen, die Finger und den übrigen Körper vom Tabak zu lassen. Eine Zeitspanne, in der sich ihre Lungen zweieinhalb Mal runderneuert haben. Was sie in all der Zeit nicht hinter sich brachten: koffeinhaltige Brause zum Abendessen vorm Fernseher. Warum?

Es gibt die tollsten Getränke, die man z. B. aus Tee, Früchten, frischen Kräutern und Eis zaubern kann, wie ein Hilferuf in der vorigen Woche ergab. Aber man muss sie halt erst mal zaubern. Tee kochen. Tee abkühlen lassen. Tee noch weiter kühlen. Früchte, Kräuter, Eis besorgen, verarbeiten, mixen. Eine Flasche Cola holst du aus dem Kühlschrank, zisch, gluck. Da müsste die Regierung mal was machen!

Das nächste Leeds Festival soll im Sommer steigen, aber wer weiß. Im Moment stehen Drogendealer, die sich auf Großereignisse spezialisiert haben, ohnehin blöd da. Leute auf Cola-Entzug haben ganz andere Probleme. Sie müssen sich jetzt obendrein gegen Quadrilliarden Blütenpollen dopen. Legal ist das alles nicht.

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