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Der Draht- als Lastenesel.
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Der Draht- als Lastenesel.

Times mager

Drahtesel

  • Stephan Hebel
    VonStephan Hebel
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Kein Mensch redet mehr von fahrbaren Untersätzen, da ein Untersatz, auf dem niemand sitzt, schon gar keinen Sinn ergibt. Eine Metaphernbetrachtung.

Die Metapher als solche ist ja bekanntlich ein Fass ohne Boden, den sie ihm nicht selten sogar selbst ausgeschlagen hat. Ist Ihnen eigentlich schon einmal aufgefallen, dass der „Drahtesel“ in jüngster Zeit zunehmend aus der Versenkung auftaucht, in der wir seit Jahrzehnten versucht haben, ihn verschwinden zu lassen, während der „fahrbare Untersatz“ eher ein Mauerblümchen-Dasein fristet?

Jüngere Kolleginnen und Kollegen versichern uns glaubwürdig, dass sie den Drahtesel, ganz ähnlich übrigens wie Schusters Rappen, als eine Art barockes Erbe aus längst vergangener Zeit ansehen, dessen Reaktivierung ihnen geradezu ein Anliegen sei. Wie alt muss man eigentlich geworden sein, wenn ein Übel, das man noch ausrotten zu müssen glaubt, schon längst gestorben, begraben und wiederauferstanden ist?

Das waren die Gedanken, die uns bei der Lektüre des Agenturtextes „BMW-Patzer schürt Angst vor Hackerangriffen auf Autos“ begleiteten, besonders bei dem Satz „Eine inzwischen gestopfte Schwachstelle bei BMW lässt aufhorchen.“ Zunehmend allerdings fesselte der eigentliche Inhalt des Textes unsere Aufmerksamkeit.

In und um Autos

Es ging um Computer in Autos und um Autos, die sich mittels ihrer Computer eigenhändig selbst bewegen. Und wie schon vergangene Woche, als wir die künftige Fähigkeit von Autos zur Erteilung von Nachhilfe enthüllten („...  wenn Autos Kinder vollautomatisch zum Fußballtraining fahren und unterwegs auch noch Nachhilfeunterricht bekommen“), gerieten wir erneut in bewunderndes Staunen, denn Autos sind sogar zu Gefühlen fähig wie etwa einem gesunden Misstrauen gegenüber ihrer eigenen Technik: „Wenn es um Datensicherheit geht, sind gerade hierzulande viele Verbraucher misstrauisch. Das gilt auch für Autos.“

Das leuchtet auch insofern ein, als das Auto ja künftig immer mehr Verantwortung zu tragen hat. Soeben hat der Verkehrsgerichtstag in Goslar festgestellt, dass verunfallte Drahtesel bzw. deren Nutzer im Schnitt häufiger betrunken und zudem betrunkener sind als Autofahrer, die es allerdings künftig ja gar nicht mehr gibt, was im Übrigen auch erklärt, dass kein Mensch mehr von fahrbaren Untersätzen redet, da ein Untersatz, auf dem niemand sitzt, schon gar keinen Sinn ergibt.

Stellen Sie sich vor, Sie haben die Trunkenheitsfahrt mit dem Drahtesel überlebt und wollen noch ein bisschen unterwegs sein, aber nicht per pedes. Sie rufen per Smartphone Ihr Auto, das vertrauensselig angerollt kommt, obwohl Sie ins Bett gehören. Das wäre eine Situation, die das Fass zum Überlaufen bringen könnte.

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