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Times Mager

Doppelt Käse

Es wird Zeit für ein neues Wort: Einflussreichtümer. Künstler, Musiker, Schriftsteller - sie alle wurden durch Eindrücke beeinflusst. Stellt sich nun noch die Frage, durch wen oder was Roland Koch beeinflusst wurde.

Von Von Tanja Kokoska

Eigentlich müsste mal wieder ein neues Wort erfunden werden – der Einflussreichtum. Denn mit Einfallsreichtümern allein ist es auf der Welt ja nicht getan: Die Märchen Hans Christian Andersens hatten einen nicht geringen Einfluss auf die Werke Thomas Manns. Eine Reise nach Italien hat Goethe nachweislich beeinflusst. Van Goghs Bilder lassen den Einfluss Cezannes erkennen. Der Süden Belgiens wiederum wird eher „durch die französische Küche beeinflusst“ (www.welt-rezepte.de). Und Alkohol, das weiß jeder, beeinflusst das Gleichgewichtsgefühl. Dabei wäre noch zu unterscheiden zwischen passivem Einfluss – der sich heimlich, ja gar unbewusst vollzieht – und aktivem Einfluss bis hin zur Machtausübung.

Mit Letzterem kennt sich einer aus, der aber in wenigen Tagen die dafür nötige Position aufgibt: Roland Koch. Seit 1999 ist er hessischer Ministerpräsident – elf Jahre, in denen er ganz bewusst unheimlich viel Einfluss ausübte. Doch zum Ende seiner Amtszeit bleibt noch die Frage offen: Wer oder was hat eigentlich ihn beeinflusst?

„Seiner Vorliebe für amerikanisches Fast Food hat Ministerpräsident Roland Koch auch auf seiner Abschiedstour durch Hessen gefrönt“, schrieb dieser Tage die Nachrichtenagentur dpa und schickte Fotos dazu: Koch bei McDonald’s mit Cheeseburger und Pommes. „Dieses Essen möge er schon seit seinen Studienzeiten, sagte Koch.“ Und plötzlich ergeben seine Sätze einen Sinn.

Koch: „Höflichkeit muss ,in‘ werden – auch die kleinen Signale des Alltags bestimmen den Zusammenhalt einer Gesellschaft.“

McDonald’s: „Guter Service heißt: Freundlichkeit, Lächeln und ein Dankeschön, um den Gast zufriedenzustellen.“

Koch: „Staatliche Regeln dürfen nicht dazu führen, dass die Dinge nicht mehr der Gemeinschaft zugute kommen, sondern an der Gemeinschaft vorbeigehen.“

McDonald’s: „Gebt der Gemeinschaft, in der ihr lebt, etwas von dem zurück, was sie euch gibt.“

Koch: „Integration ja – doppelte Staatsburgerschaft nein.“

McDonald’s: „Den Cheeseburger mit einfach oder doppelt Käse?“

Womit ja auch endlich geklärt wäre, wohin Roland Koch sein Wechsel in die Wirtschaft führt.

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