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„Rassismus, greint es rundum, ich wollte Amerika spalten und so, aber ich nässe mich fast ein vor Lachen.“

Times mager

Schlampen

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Nerviges Schwiegersöhnchen, lustige Vorwürfe: Aus dem frei erfundenen Tagebuch des Donald Trump.

Liebes Tagebuch, 

Du kennst ja den Kushner, das superschlaue Schwiegersöhnchen, und Dir kann ich es ja sagen: Letztens hat er mich wieder voll auf dem falschen Fuß erwischt. Wir so nach dem Golfen auf der Terrasse, da fängt er plötzlich an: „Du hast also keinen Bock mehr auf Präsident und Air Force One und alles.“ Ich so: „Geht’s noch?“ Er: „Dann tu halt was dafür.“

Das war schon komisch, denn ich tue ja den ganzen Tag was, und zwar genau das, was der Jared mir sagt. Egal, ich habe ihn dann doch verstanden, ich sollte ne Schippe drauflegen: „Diese Idioten, die dich wählen“, sagt der Schwiegersohn, und da habe ich schon kurz gestutzt, aber egal, „die sind wie Junkies, die brauchen Stoff, und der ganze Iran-Scheiß oder der kleine Dicke aus Korea machen sie irgendwann auch nicht mehr an.“

Ich natürlich etwas durcheinander, weil auf wem soll ich denn noch rumhacken? Immer nur Flüchtlinge? Kann ich selbst nicht mehr hören, obwohl Jared sagt, das Thema geht immer. Oder soll ich den komischen Philippinen-Chef anpinkeln, weil er jetzt sexistische Sprüche verbieten lässt? Keine Ahnung, was das soll, aber andererseits ist er fürs Verbrecher-Abknallen, eins rauf!

Aber dann das Schwiegersöhnchen: „Nie was von diesen Ausländer-Schlampen im Repräsentantenhaus gehört?“ Ich so: „Wieso? Ich hab noch kein Negermädchen von der Bettkante gestoßen, wenn es sich anständig gefügt hat.“ Jared: „Ja, siehste?!“

Dann meinte er noch, ich sollte einfach nur mal twittern, was ich wirklich über Arabs und Latinas und Schwarze denke, die das Maul zu weit aufreißen. Ich fand das zwar komisch, denn sonst verbietet mir der feine Herr Kushner immer das Maul, wenn es mal männlich wird. Aber okay.

Ich hab mir die Schlampen noch mal angeschaut. Bei den Fotos dachte ich noch na ja, geht schlechter. Aber Jared sagt, die benehmen sich, als wären sie weiß und hätten das Recht, an mir rumzumäkeln, und da habe ich eben getwittert.

Was soll ich sagen: Es war großartig! Das ganze liberalkommunistische Ostküsten-Pack regt sich auf, als wäre der Hitler vom Himmel gestiegen (den können sie gar nicht ab). Genau wie der Jared es vorhergesagt hat! Rassismus, greint es rundum, ich wollte Amerika spalten und so, aber ich nässe mich fast ein vor Lachen.

Was hat das mit Spaltung zu tun, wenn ich will, dass Amerika in Harmonie lebt? Und wie soll das besser gehen, als wenn alle gleich aussehen, also wenigstens ungefähr, also weiß? Das alles habe ich dem Jared gesagt, aber der schaut mich erschrocken an und sagt: Ach so, du meinst das wirklich ernst. Keine Ahnung, was das nun wieder sollte. 

Dein Donald

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