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So wollte in einem noch aktuelleren und prominenteren Fall auch ein anderer Kaufinteressent eigentlich nur vorfühlen.

Times mager

Donald Trump und das Kaufinteresse an Grönland

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Steine. Eis. Eis. Eis. Und trotzdem gibt es einen Kaufinteressenten dafür.

In Florida, so berichtete es kürzlich die „Tampa Bay Times“, führte ein Mann sein Pferd mit – ein Pferd übrigens mit dem schönen Namen Angel –, als er ein leerstehendes, unglücklicherweise aber mit einer Videokamera versehenes Haus aufbrach und betrat. Der Polizei gegenüber gab er an: nein, keineswegs habe er ein Fluchtpferd dabei gehabt, er sei am Kauf des Hauses interessiert gewesen und habe es in Ruhe besichtigen wollen. Gewiss lag ihm auch daran (aber er traute es sich nicht zu sagen, es hätte wahrscheinlich doch unglaubwürdig geklungen), die Meinung seines Pferdes einzuholen, was die Deckenhöhe allgemein und die Bewegungsfreiheit rund um die Küchenzeile betrifft. Es ginge nicht an, dass Angel sich etwa ständig den Kopf an der Abzugshaube stößt oder auf allzu glatten Dielen ausgleitet.

So wollte in einem noch aktuelleren und prominenteren Fall auch ein anderer Kaufinteressent eigentlich nur vorfühlen. Und wurde zwar nicht polizeilich erfasst, aber enttäuscht. Dabei wäre er nicht mit Pferd angereist, denn nicht jeder, der den Revolverhelden markiert, hat gern mit Pferden zu tun. (Wir denken: Noch nicht einmal mit Pferden in Form von Salami, obwohl wir uns da nicht ganz sicher sind.)

Hoch und heilig jedenfalls, mehr noch, am höchsten und heiligsten, denn kein Superlativ ist diesem Kaufinteressenten zu schwer, wenn es um die gute Sache geht, am höchsten versprach er also, auf keines der bei diesem Objekt reichlich vorhandenen Grundstücke mit Meer- und Eisbergblick ein goldenes Hochhaus zu bauen, es etwa zu stellen mitten zwischen die drolligen Holzhäuser der drolligen Eingeborenen. Die drolligen, eingemummelten Eingeborenen, so stellte es sich der Kaufinteressent vor, würden ihn bald bitten, ihnen doch einen goldenen Turm zu bauen, denn ein goldener Turm vor dem grauen Himmel, dem grauen Meer, den immer nur doof glotzenden schwarzgrauen Seehunden wäre das, was ihnen gefehlt hätte auf ihrer Insel. Nur Steine und Eis. Eis. Eis. Mehr Steine, mehr Eis. Trostlos. Wer wäre denn nicht froh, diese Ödnis loszuwerden und dabei ein paar Piepen (oder wie heißt das dort? Pesos? Penunzen?) zu verdienen.

Und wenn die Eingeborenen wüssten, was gut für sie ist, würden sie sich dann eine Übernachtung im Turm buchen und wenigstens einmal in ihrem Leben – unvergesslich! – in vergoldete Toilettenschüsseln pinkeln.

Aber das Times mager ist vom Thema abgekommen. Überhaupt war dieses Times mager nur ein Versehen, denn nie würde es andeuten wollen, dass dieser großartigste Kaufinteressent aller Zeiten etwa zu vergleichen wäre mit einem reitenden Kleinganoven.

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