Enorm, was auf der Straße an Themen liegt.
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Enorm, was auf der Straße an Themen liegt.

Times mager

Diverse Dinge

  • Christian Thomas
    vonChristian Thomas
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Man kann in diesen Tagen kaum noch vor die eigene Haustür treten, ohne auf das Dollste gefasst sein zu müssen.

Enorm, was auf der Straße an Themen liegt. Morgens bereits, und es sollte schnell gehen. Aber fehlte deswegen nicht etwas, wo, bitteschön, war das große Besteck, wenn es doch fix gehen sollte. Der Kastenwagen mit dem Reparaturdienstlogo parkte den abgesperrten Straßenraum zu. Ein Fünfsitzer, aus dem Männer sprangen, ihrem Einsatz entgegen. Kein Anrücken mit der ganzen Kavallerie. Kavallerie? Eben nicht mit der großen Kapelle, bloß ein Trio. Einer besah sich genau, wie zwei vom Gehweg die Abdeckung abhoben. Zu dritt schaute man in das Loch, das ein Bagger am Vortag präpariert hatte, groß genug, dass zwei Männer hineinspringen konnten, das passte. Den Hahn an der Gasflasche aufgedreht, eine geübte Hand griff zum Lötkolben.

Das Homeoffice musste warten, der Router ohne Strom, das Internet tot. Wie lange noch? Es war von zwei Stunden die Rede, von acht an. Fünf nach acht, sagte die Uhr, als die Lichter ausgingen. Auf der Küchenuhr etwa nicht? Und jetzt ist es bereits nach halb elf.

Drinnen das Homeoffice, das wartet, die Auftragslage da draußen nicht. Hat das jetzt auch mit Corona zu tun, dass die Dinge sich hinziehen? So unverrichteter Dinge, so immateriell.

Auf der Baustelle geht es weiter, Schritt für Schritt, Handgriff für Handgriff ein Fortschritt. Die Kabel liegen bereits blank, eine Muffe lehnt im Loch, am Lehm. Vorwärtskommen außer Haus, aber ein Stagnieren im Haus. Ohne Strom ist jede Kaffeemaschine ein totes Ding, so dass man sich zu helfen wissen muss. Kaffee aus der Thermoskanne, wie auf Baustellen. Die Küche praktisch so was in Richtung Provisorium, Prüttkaffee mit kochendem Wasser vom Gasherd, ich sag’ mal: wie früher. Ergo dann den ganzen Prütt im Mund. Ein Gefühl wie mit Mohn. Oder ein Arme-Leute-Gefühl.

Draußen ist es spannender. Sicher, man kann in diesen Tagen kaum noch vor die eigene Haustür treten, ohne auf dolle Dinge gefasst sein zu müssen. Was man aber am Vorabend der Reparatur in der Dunkelheit kaum übersehen konnte, weil eine Warnleuchte blinkte, war die Abdeckung über der Grube, so eine Gehwegnotbrücke, wie mit der Wurzelbürste geschrubbt. Oder sogar erstmals im Einsatz? Ein Exemplar mit einem Gitter links und rechts, auf beiden Seiten ein Handlauf. Damit alles gut geht. Könnten doch die Schwellen, weil die Überbrückung aufliegt auf dem Gehweg, zur Stolperfalle werden.

Man sollte die Schwellen wahrgenommen haben, nimmt sie wahrscheinlich bewusster wahr als die beiden Handläufe, von denen man einen einfasst, links oder rechts, unwillkürlich. Anders als die Schwelle, da heißt es Achtung. So ein Ding will berücksichtigt werden. Wäre ergo auch ein Ding, wäre es logo nicht so.

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