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Von: Thomas Stillbauer

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Kommt bald die smarte Weinflasche? Dabei funktionieren die herkömmlichen doch ganz gut.
Kommt bald die smarte Weinflasche? Dabei funktionieren die herkömmlichen doch ganz gut. © Imago

Früher hätte man eine Weinflasche, die den Wein nach dem Öffnen 30 Tage frisch hält, für einen Aprilscherz gehalten...

Jetzt, da wir das verfängliche Datum hinter uns haben, dürfen wir wieder über Sachverhalte reden, von denen es vor wenigen Tagen noch geheißen hätte, sie seien ja wohl ein Aprilscherz. Und vor wenigen Jahren sowieso.

Viele Dinge, die früher nur ein Aprilscherz hätten sein können, verdanken wir heute diesem Internet. Gäbe es das nicht, gäbe es auch nicht die smarte Weinflasche „Kuvée“. Sie wurde jüngst von Besuchern der Messe „Internet-der-Dinge-Welt“ in Santa Clara (Kalifornien) unter die drei sinnlosesten aller Dinge gewählt.

Dabei kann die smarte Weinflasche „Kuvée“ zweifellos so manches, was herkömmliche Weinflaschen nicht können. Beispielsweise hat diese Flasche einen Berührbildschirm, der den Weintrinkern anzeigt, wie viel noch drin ist. „Sicher interessant für jene, denen ein Blick durch das Glas auf den Flascheninhalt nicht präzise genug erscheint“, urteilt das Online-Fachmagazin IOT ohne den ganz vollen Ernst.

Darüber hinaus verfügt die smarte Flasche über ein spezielles Ventil, das den Wein angeblich 30 Tage frisch hält, und selbstverständlich über eine Internetverbindung, die alles Wissenswerte im Zusammenhang mit dem noch verfügbaren Quantum sekundenschnell bis nach Kuala Lumpur verbreiten kann. Zeitungsredakteuren stellt sich zu diesem Thema naturgemäß nur eine einzige Frage: Wozu, um alles, soll man Wein in einem geöffneten Gebinde dreißig Tage frischhalten? Bisher galten 30 Minuten als maximale Lebenserwartung einer guten Flasche Riesling.

Ebenfalls unter die Top Drei der verrücktesten Internet-Dinge wählten die Messebesucher eine ab Sommer 2018 erhältliche Unterhose, die verschiedene Körperfunktionen überwachen und gewiss auch an soziale Netzwerke übermitteln kann. Allerdings nichts Schweinisches, soweit bisher bekannt. Aber da lässt sich mit Updates noch was machen.

Auf Platz eins landete die Lösung für ein ständig wiederkehrendes Problem: Wie oft stehen wir morgens (und abends) vor dem Spiegel und hadern mit der Welt oder vernachlässigen sogar die Dentalpflege, weil wir nicht sicher sind, wie lang das Stück Zahnseide sein muss, das wir von der Rolle abschneiden. „Connected Dental Floss“ macht damit Schluss, analysiert unsere Putzgewohnheiten und stellt stets den Seidenstrang in der optimalen Länge individuell zur Verfügung.

Ebenfalls eine bemerkenswerte Ausgeburt des Internets der Dinge ist ein Kinderwagen für joggende Eltern, der von selbst fährt, nicht mehr geschoben werden muss, nebenbei das Fläschchen wärmt und das Smartphone auflädt. Das Internet der Dinge heißt vermutlich so, weil man dauernd sagt: Mach Sachen.

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