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Scheint die Sonne, ist es uns zu warm und wir hoffen auf den Regen. Regnet es, warten wir ungeduldig auf die nächsten Sonnenstrahlen. Ein Dilemma.
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Scheint die Sonne, ist es uns zu warm und wir hoffen auf den Regen. Regnet es, warten wir ungeduldig auf die nächsten Sonnenstrahlen. Ein Dilemma.

Times mager

Dilemma

  • Stephan Hebel
    VonStephan Hebel
    schließen

Heute befindet sich das Times mager im Dilemma, bzw. gleich in mehreren Dilemmen, Dilemmas, Dilemmata ... ach je.

Die Gemengelage ist mal wieder höchst komplex, da beißt die Maus keinen Faden ab. Es regnet, als sei der Klimawandel abgesagt, und unterm Schirm zwicken die Dilemmata, die wir um ein Haar Dilemmas oder gar Dilemmen genannt hätten, während wir beim „Komma“ höchstens auf „Kommas“ kommen würden und niemals auf „Kommen“, aber im Feuilleton heißt es glücklicherweise nach wie vor „Kommata“.

Das erste Dilemma steckt darin, dass wir uns einerseits über Regen freuen wollen und sollen, wegen des Klimawandels, dass wir aber andererseits ebenso eigentlich die Sonne mögen und ein Eis essen wollten. Schiene aber die Sonne, dächten wir sofort an den notwendigen Regen. Die hier schon einmal vorgeschlagene Lösung, dass nur nachts Wasser vom Himmel fällt, hat sich immer noch nicht verwirklichen lassen.

Das zweite Dilemma besteht darin, dass wir es einerseits sehr mögen, wenn Politikerinnen und Politiker etwas gegen den Klimawandel tun wollen, dass wir aber andererseits traurig sind, wenn sie es nicht tun.

Das Dilemma hat sich übrigens aus dem Griechischen in die deutsche Sprache geschlichen, ohne dass die nationalen Kämpfer (seltener: Kämpferinnen) gegen Fremdwörter aller Art erkennbaren Widerstand geleistet hätten, anders als bei allem, was irgendwie nach Englisch klingt. Das sind übrigens sehr unsympathische Leute, weil sie die Sprache zum in Stein gemeißelten Denkmal völkischer Geschlossenheit machen wollen statt zum sich wandelnden, lebendigen Mittel kommunikativen Austauschs.

Dies wiederum bringt ein weiteres Dilemma hervor: Dürfen wir das schwachsinnige PR-Denglisch noch anprangern, oder müssen wir es lassen, weil wir sonst in die Nähe der Nationalköppe geraten?

Antwort: Gar nichts müssen wir lassen. Wir dürfen uns weiterhin amüsieren, wenn wir von einer uns unbekannten Dame aus einer uns unbekannten Agentur zum „Presse After Work Get-together in der XXX bar & lounge“ (Name der Redaktion bekannt) eingeladen werden. Wir dürfen dem „Event“ einfach fernbleiben, obwohl es in regengeschützten Räumen stattfindet und sogar „Health Food“ verspricht.

Zwei offene Fragen: Gibt es eigentlich Journalistinnen und Journalisten, die sich auf derart billige Korruptionsangebote einlassen, oder sind wir endlich alle so linksradikal (jawoll, Herr Maaßen!), dass wir darauf verzichten? Zweite Frage: Warum schicken uns diese Agenturen eigentlich immer wieder Mails, nachdem wir ein Times mager geschrieben haben? Müssen wir ihren Unsinn verschweigen? Blödes Dilemma.

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