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Na wen haben wir denn da? Ivanka Trump winkt Rupert Murdoch, rechtskonservativer Medienmogul, Besitzer unter anderem der "Times"  und des hetzerischen US-"Nachrichten"-Senders Fox.
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Na wen haben wir denn da? Ivanka Trump winkt Rupert Murdoch, rechtskonservativer Medienmogul, Besitzer unter anderem der "Times" und des hetzerischen US-"Nachrichten"-Senders Fox.

Times mager

Diekmann bei Trump - und Murdoch

Da hat einer nicht nur ein Trump-Interview geführt, sondern auch An- und Abreise vollständig dokumentiert. Scheinbar vollständig.

Die Knie, immerhin, schmerzen nach einem Monat nicht mehr. Damals hat einer der tollsten und zwischenzeitlich auch bärtigsten deutschen Journalisten kaum Glaubliches in die publizistische Großtat umgesetzt: Er hat Donald Trump interviewt. Das war ein Kracher! Respekt! Weniger der Inhalte wegen, die auch Trump umgehend vergessen hat, weil die Liebe zu sich selbst ihn dermaßen ausfüllt, dass wenig bis gar kein Platz für andere Gedanken, geschweige denn Gefühle bleibt.

Nein, das war ein Kracher, weil der inzwischen Ex- „Bild“-Herausgeber Kai Diekmann der erste und einzige (fast jedenfalls: Einer von der „Times“ war noch dabei) europäische Journalist war, der mit dem mächtigsten Ego der westlichen Hemisphäre reden durfte. Diekmann war sich der historischen Bedeutung seiner Mission und Person bewusst, so dass er buchstäblich jeden Schritt vor, während und nach dem Interview auf Twitter in Wort und Bild begleitete. Das begann auf dem Hinflug und endete nicht im Fahrstuhl des Trump-Towers. Könnten Tweets flüstern vor Ehrfurcht und Ergriffenheit, Diekmanns hätten es getan (im Fahrstuhl/sotto voce): „Auf diesen Knopf muss man drücken ...“

Kein Wunder, dass die Knie schmerzten, von dem ungewohnten Herumgerutsche. Auch meine. Da hatte einer nicht nur ein Interview geführt, sondern, alle eventuellen Vorwürfe von Fake News im Keime erstickend, das Gespräch selbst, aber auch An- und Abreise vollständig dokumentiert. Fast vollständig. Dass während des Interviews laut „Financial Times“ auch ein schmächtiger, alter Mann im Raum saß, blieb unerwähnt. Aber vielleicht kannte Diekmann Rupert Murdoch nicht und wollte dem zufällig reingeschneiten Rentner nicht zu viel Aufmerksamkeit gönnen. Nebenbei: Es muss schon sauschwer gewesen sein, den nicht auf eines der vielen Bilder zu bekommen. Aber nicht unmöglich: Diekmann ist es gelungen!

Rupert Murdoch, rechtskonservativer Medienmogul, Besitzer unter anderem der „Times“ (siehe oben) und des hetzerischen US-„Nachrichten“-Senders Fox, saß in Trumps Büro. Vielleicht unerkannt, sicher aber unerwähnt. Ist das nicht Teil der Nachricht, fragt sich hier unsereins? Hätten wir geschrieben, dass zum Beispiel beim Merkel-Interview Friede Springer oder Mathias Döpfner mit am Tisch saßen? Ja, hätten wir. Hat ja doch einen klitzekleinen Nachrichtenwert. Oder haben wir es hier mit einer „Bild“-schen Version alternativer Fakten zu tun? Zu guter Letzt bleibt die Frage, wie man sich fühlt, nach so einer journalistischen Großtat? Schmerzen die Knie?

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