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Die Unterführung Dreihäusergasse wurde einfach zugemauert – ein Schock in Form einer Wand.
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Die Unterführung Dreihäusergasse wurde einfach zugemauert – ein Schock in Form einer Wand.

Times mager

Die Wand

  • Thomas Stillbauer
    VonThomas Stillbauer
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Was ist denn hier los? Drama um die Dreihäusergasse, ein wesentliches Nadelöhr für den Frankfurter Radverkehr.

Einer musste immer warten. Manchmal zwei. Je nachdem, wie groß der Andrang gerade war. Aber zwei auf einmal passten nicht durch, keine Chance, nicht ohne Verhedderungsgefahr. Außerdem galt es, den Querverkehr zu beachten. Deshalb standen irgendwann Absperrstangen davor, die nur im Wackelslalom zu passieren waren.

Die Bahnunterführung Dreihäusergasse, von der hier die Schreibe ist, war das Nadelöhr für jeglichen Radverkehr aus dem Norden der Stadt nach Süd und Ost. Das allererste Mal ging’s hinter den Erziehungsberechtigten her, die am Sonntag den Weg zur Schule vorfuhren, auf dass man selbst am Montag und dann für immer allein zurechtkäme.

Dreihäusergasse war natürlich eine grobe Untertreibung. Sieben Häuser dürften es schon gewesen sein, die am Straßenrand standen, vielleicht sogar zwölf, und um die Ecke ging’s ja weiter. Aber den Straßennamen jedes Mal zu ändern, wenn ein neues Gebäude errichtet wurde, war der Stadt wohl irgendwann zu aufwendig.

Durch die Dreihäusergasse also führte der Weg, schon ordentlich steil, bis zur Bahnlinie. Dann die schmale Unterführung: ein Tunnel, vielleicht sechs, sieben Meter lang. Auf der anderen Seite ein noch steilerer Anstieg, immer am Friedhof entlang, bis hinauf zur Zehnmorgenstraße. Auf der anderen Seite die Kleingartenanlage. Bester Weg. Sicherster Weg.

Es sei denn: Glatteis. Dann war mit der Steillage nicht zu spaßen, besonders heimzu. Einmal war es dermaßen glatt (Blitzeis!), dass nicht mal ans Aufsteigen aufs Rad zu denken war. Da blieb die Dreihäusergasse ungenutzt. Stattdessen, und statt Schule, gab es gemütlichen Kakao daheim mit der Frau Mama.

Jetzt die Situation: Die Bahnstrecke wird ausgebaut. Vier Gleise statt zwei. Alles muss breiter werden, seit Jahren Bauarbeiten, seit Jahren skeptische Betrachtungen zwischen Altbauten: Wie sollen denn da zwei weitere Schienenstränge hindurchpassen? Das ist doch unmöglich. Und eines Morgens der Schock: eine Wand. Die Unterführung Dreihäusergasse, der Tunnel: zugemauert.

Wer also nun aus dem Norden der Stadt nach Süd oder Ost will, muss ausweichen. Naheliegend ist der Bahnübergang Lachweg. Der heißt garantiert so, weil es lächerlich lang dauert, bis die Schranke hochgeht. Gestern fuhren wieder vier Züge hintereinander durch. Drüben geboren sein musst du. Den ganzen Tag stehst du da. Oder du fährst über die Maybachbrücke. Aber da strandest du an der Bushaltestelle im knallharten Kopfsteinpflaster und musst zwischendurch weinen, weil die alte Batschkapp weg ist.

Bis Ende 2022 ist die Dreihäusergasse keine Option. Aber alle reden vom Wetter.

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