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Ein Blick auf die Skyline Frankfurts.
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Ein Blick auf die Skyline Frankfurts.

Times mager

Die Furt

  • Christian Thomas
    VonChristian Thomas
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Als Frankfurts Geschichte begann war er ein Brückenkopf für die Expansion der Franken.

Wo waren wir stehen geblieben? Moment mal, denn nicht jede Antwort ergibt sich von alleine, sie bedarf der Unterstützung – schon geht ein Finger an die Stirn, tippend. Fragen lösen auch physische Vorgänge aus, dazu gehört ein Blick, der sich erhellt durch einen Finger an der Stirn. Quasi ein Knopfdruck? Jedenfalls durch Finger, Stirn, Knopfdruck, Blick (in dieser Reihenfolge) ist die Antwort eine Sache von Sekundenbruchteilen. Hundertstelsekunden, in denen die Frage durch den Kopf geht: Wo waren wir stehen geblieben? Furt, richtig, das war’s.

Komplexer: Frankfurt. Das Wort in zwei Hälften zerlegt, bietet reichlich Stoff. Furt der Franken, aber wem sagt man das, denn das weiß, wie man so sagt, heute jedes Kind. Man kann sich also darauf verlassen, dass solide Kenntnisse auf einem festen Fundament ruhen. Zumal Frankfurt es bereits Kindern leicht macht: Frank---furt, Frankfurt --- am Main.

Der Main, das, so steht zu hoffen, weiß ein jedes Kind, ist ein Fluss. Dass er in Frankfurt auch eine Furt bildet, ist ihm heute kaum noch anzusehen. Umso wichtiger, dass Kinder wissen, dass Frankfurts Geschichte mit Karl d. Gr. begann. Wann? Anfang 794. Recht so, Kind!

Der Main hat im Laufe seiner Existenz unzählige Geschichten mit sich geführt, von der Quelle bis zur Mündung, vom Oberlauf durch das uralte Kulturland Franken bis zum Unterlauf durch das heutige Bundesland Hessen. Wie viele Geschichten allein auch in Frankfurt – herrliches Treibgut, hinter Offenbach, runter nach Höchst. Dazwischen, wie gerahmt, Frankfurt, die Ansiedlung, die von Anfang an vom Main aus gedacht wurde.

„Damals, um die Jahreswende 793/94, in den letzten Tagen des Dezember, den ersten des Januar, begann Frankfurts Geschichte“, wie der Mittelalterhistoriker Johannes Fried zum Stadtjubiläum 1994 schrieb. Es war nicht der einzige schön rhythmisierte Satz, nicht der einzige eines großen Erzählers unter den Historikern, der zur Vergegenwärtigung der Gründung, 1000 Jahre her, temporale Adverbien einstreute.

„Kürzlich“ also bei Fried, was Karl d. Gr. vollbrachte. Eben erst während sieben Monaten weilte der König an dem von ihm ausgewählten Ort, der schon länger ein Brückenkopf war für die Expansion der Franken, für deren Aufmärsche nach Norden, Osten, Südosten. Ja, ein Königshof existierte schon vorher, damals nicht erst seit gestern.

Wie aber erklärt man das nun Kindern, heute, die alles wissen? Wie diskutiert man mit ihnen die (historischen) Quellen, mündend in der Frage nach der Furt durch den Main, strategisch günstig von vornherein.

Später dann die Brücke aus Stein.

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