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Christian Thomas ist Ressortleiter des Feuilletons der Frankfurter Rundschau.
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Christian Thomas ist Ressortleiter des Feuilletons der Frankfurter Rundschau.

Times mager

Das Derby

Die Liste der Mängel ist lang, ein Aufschwung ist nicht in Sicht, die Krise hat die Firma im Griff. Ausgerechnet in einer solchen Konstellation trifft die Eintracht auf ihren Erzfeind, Kickers Offenbach. Von Christian Thomas

Die Liste der Mängel ist lang, ein Aufschwung ist nicht in Sicht, die Krise hat die Firma im Griff, und die Firma heißt Eintracht Frankfurt. Es ist guter Brauch, die Krise auch mit einer Metapher zu umschreiben. Dann heißt es, es sei bei der Eintracht Feuer unterm Dach.

Ausgerechnet in einer solchen Konstellation trifft die Eintracht auf ihren Erzfeind, im DFB-Pokal auf Kickers Offenbach. Zu den Gesetzen, die dieses Derby unabwendbar mit sich bringt, gehört eine Rivalität, die, wie wir in den letzten Jahren immer wieder gelesen haben, nicht gesund ist. Was im Haus der Eintracht ein gelegentlicher oder temporärer Zustand (auf jeden Fall momentan von Bedeutung) ist, ist bei diesem Derby ein Dauerzustand.

Experten sehen die Ursachen in einer Fußballfeindschaft, einer Rivalität, die schon seit Jahren, hier Erstligist, dort Drittligist, keine mehr zwischen sportlichen Rivalen ist(Augenhöhe? Augenhöhe ist etwas vollkommen anderes!), damit verbundenen Minderwertigkeitskomplexen, Traumata, den Hegemonieansprüchen der Eintracht im Raum Rhein-Main, dem Stolz der Offenbacher, ein Underdog zu sein, dem Narzissmus auf Eintracht-Seite, und kein bisschen von all dem wird vergessen, wird vielmehr von Generation zu Generation tradiert, mit der Muttermilch aufgesogen oder gezielt eingeimpft, als Hass, keine Frage. Am Ende ist es die Polizei, die alle Hände voll zu tun hat, wenn es um einen Unfrieden geht, der allerlei Merkmale eines religiösen Unfriedens trägt, auch in den Tagen, in denen der Dalai Lama in Frankfurt weilt, dabei nicht von ungefähr in einem Stadion aufgetreten ist. Es war das der Eintracht.

Die Region Rhein-Main wäre gut beraten gewesen, es nicht zu diesem Äußersten kommen zu lassen! Und so fordern wir an dieser Stelle Aufklärung darüber, warum, wie offensichtlich, weder Oberbürgermeisterin noch Oberbürgermeister oder hessischer Ministerpräsident, kein Vertreter der Polizei oder des Bundes der Steuerzahler auch nur eine Sekunde daran gedacht hat, den Dalai Lama beim Derby den Anstoß ausführen zu lassen, aus tiefer Verbundenheit mit einer Deeskalationsstrategie.

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