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Die Frankfurter Skyline mit ihren markanten Bankentürmen spiegelt sich am Morgen im Wasser des Mains.
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Die Frankfurter Skyline mit ihren markanten Bankentürmen spiegelt sich am Morgen im Wasser des Mains.

Times mager

Der Main

  • Christian Thomas
    VonChristian Thomas
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Von Vogel- und Froschperspektiven auf den Moin, wie die Kimbern den Main einst nannten.

Ist er das vielleicht endlich! Oder immer noch der Rhein? Wäre normal, denn im Anflug auf Frankfurt am Main kommt der Rhein meistens zuerst, ob nun von Süden, von Norden oder von Westen. Die Vogelperspektive, der Blick aus dem Flugzeugfenster, sieht den Main nachgeordnet vor. Hat er das nötig? De Rhei so schee, un de Maa erscht da hinne!

Sicher, Frankfurt-Rhein-Main heißt auch die Website, die offenbar für Ortsfremde fabriziert worden ist, denn Einheimischen muss man kein Willkommen zurufen, erst recht kein „Willkommen in der Destination Frankfurt Rhein Main“. Destination! Denglish? Aus innerer Verbundenheit mit der Global City, weil Frankfurt doch eine ist, odder?

FfM. Wer mit dem Flieger einschwebend nicht von Süden kommt, via Schwarzwald, nicht über Westerwald oder Vogelsberg oder in der Warteschleife über dem Kinzigtal festsitzt – wer von Südosten kommt, dem tut sich, links im Flugzeugfenster der Odenwald, rechts der Steigerwald: Dem dud sich uff aamal am Bodde, wie die Versierten wissen oder die Vielflieger, der Moin auf. Damit ist kein Idiom vor sich hingemurmelt oder aufjauchzend gepriesen, sondern der Name etymologisch erklärt, den die Kimbern einem Wasserlauf vor mehr als 2000 Jahren gaben, dem Moin, einer „gekrümmten Schlange“ von Fluss.

Der Flusslauf aus der heutigen Vogelschau eines Flugzeugs bestätigt die Froschperspektive der Vorfahren, die lebendige Anschauung von einem Schlangenfluss, wie er sich besonders lebhaft windet und beinahe sogar ringelt im Spessart. Ist das da unten jetzt Wertheim? Oder doch eher Miltenberg, wo sie Moa zu ihm sagen. Der Main und seine Mundarten. Mää dann in Aschaffenburg, Maa in Frankfurt. Flussabwärts nimmt der lokale Eigenwille nasal zu und macht es sich gerne schlicht.

Oberfranken, Unterfranken, Südhessen: 527 Kilometer Fließstrecke. Anders als die meisten Flüsse in Mitteleuropa fließt der Main von Osten nach Westen. Flussabwärts wird der Main am Ende dem Rhein zum rechten Nebenfluss. Der aber ist so mächtig, dass er gar in ein Meer mündet, in die Nordsee, von der es wiederum direkt übergeht in den Großen Teich, Amerika entgegen. So etwas wie eine enorme Drift, angefangen mit dem Main, eine nicht abreißende Westbindung, wie geschaffen für eine direkte Destination via Flaschenpost?

Oder gar denkbar der Tag, an dem ein Experte in der Bucht von Manhattan eine Probe entnimmt, ein Wässerchen. Darin ein Tropfen, einer, der sich nicht unterkriegen ließ, seitdem er schoo in de Awendsonn von Mainhattan fungelte. Verrückte Vorstellung, nadierlich. Aber gewiss kein Mainstream.

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