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Zum Main gibt es verschiedene Meinungen.
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Zum Main gibt es verschiedene Meinungen.

Times mager

De Maa

  • Christian Thomas
    VonChristian Thomas
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Ist das nun der Versuch, dem schlichten Fluss zu einem größeren Volumen zu verhelfen?

Endlich wieder eine waschechte Debatte. Warum? Weil es zum Main verschiedene Meinungen gibt. Ma, Maa, Mee, Moi: ein Dissens unter Experten. Und was sagen die Laien? Aber sind es Laien, nur weil sie diejenigen sind, die das Wort offen heraus im Mund führen? Die die Aussprache nutzen, ohne sie zu verschriftlichen, so an dieser Stelle zuletzt im Times mager. Wurde, ihr, der Artikulation, zuletzt bitter Unrecht getan und damit dem Main selbst, als es hieß, in Frankfurt werde er, der Main, Maa ausgesprochen, mit zwei aa. Handelt es sich um eine typische Übertreibung, eine journalistische Zuspitzung? Ma, das reiche, ein a, in die Länge ziehe es der heruntergeklappte Kiefer schon von alleine und der offene Mund, nasal unterstützt, erst recht.

Ein Unrecht also, empörend? Auf jeden Fall spricht die innere Stimme, es meldet sich das Gewissen: die Belege offengelegt, das Vorgehen transparent gemacht! Nichts soll verschwiegen werden, angefangen mit dem Langenscheidt Lilliput Hessisch, denn da steht geschrieben: „Maa“! Vier Zeilen darunter: „määa“, was so viel bedeutet wie mehr – und tatsächlich weitere Auskünfte findet man etwa in dem Buch von Gottfried Mälzer, einem der ersten über die Geschichte des Flusses, wo es 1986 hieß, in Oberfranken heiße es „Moi“, „weiter unten (am Maindreieck)“ dann „Mee“ und „dann schließlich“, am Unterlauf, bei Frankfurt „Maa“. So, nicht anders, liest man es auch woanders, bei Wikipedia heute oder in den Büchern, die den Main touristisch entdeckten, und so hat man es auch noch im Ohr, wenn man ein Buch, das 1993 in Frankfurt erschien, aufschlägt und auch noch in der zweiten Auflage, 1995, auf den Satz stößt, es heiße vor der Haustür „Moi“.

Ist das nun ein Unfug – oder der Versuch, dem schlichten Maa zu einem größeren Volumen zu verhelfen, zu einer voller tönenden Schönheit jenseits von Schludrigkeit und Schlunzigkeit. Wie auch immer, der Main gibt Rätsel auf. Man stellt sich ihn gern so vor, wie man ihn sieht. Dabei ist er ein Mirakel. Gab es doch erwiesenermaßen Epochen, da floss er durch die Oberpfalz, um in die Donau zu münden. De Moi? Früher schon.

Vor elf Millionen Jahren, als der Urmain, überhaupt nicht zu vergleichen mit dem heutigen, debütierte. Rund sechs Millionen dauerte es, bis er vor fünf Millionen Jahren die Laufrichtung annahm, die wir heute von ihm kennen. Eine Million Jahre ist es her, dass sich daran nicht mehr viel geändert hat.

Hier gilt es bei einer Maindebatte, die es ernst meint, anzusetzen!

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