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Auf dem grünen Rasen ist alles klar - doch wehe, die Halbzeit kommt.

Times Mager

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Fußballübertragung beim Bezahlsender Sky. In der Halbzeitpause: Werbung. Hui, das flasht.

Riesige Autos brausen durch die Wüste, aber vielleicht ist es auch das Meer, nein, beides, unwahrscheinlich schwieriges Gelände für ein riesiges Auto, das aber enorm herumkurvt und so Schlangenlinien fährt, Wasser spritzt und Sand wirbelt, der helle Wahnsinn, nein, die höchste Sicherheitsstufe, das reinste Freizeitvergnügen, nein, Abenteuer, überall lauert Gefahr, aber es ist eine ungefährliche Gefahr, denn in diesem riesigen Auto wird einem niemals im Leben etwas Schlimmes passieren, und wer wollte nicht sofort in einem solchen Auto sein, aber vielleicht auch gleich ein solches Auto besitzen, nein, beides, unwahrscheinlich teuer zweifellos, aber vielleicht doch nicht. Ach, sieh mal einer an, da steht eine 0, als würde es gar nichts kosten, nein, noch besser, man bekommt voraussichtlich noch ein paar Euro zurück. Das Teil hol’ ich mir.

Aber schon zeigt sich auch ein Raumfahrzeug, nein, es ist ein Rasierapparat, nein, beides, unwahrscheinlich elegant fährt es an einem fremden Planeten entlang, nein, es ist ein Männerkinn, der Mann zum Männerkinn fühlt sich wohl mit seinem Kinn und blickt in sich ruhend, zumal das Kinn bereits fabelhaft rasiert ist, aber das Raumfahrzeug, nein, der Rasierapparat fährt seinen Weg entlang, von Zauberhand geführt.

Aber schon zeigt sich ein Bagger, nein, ein Staubsauger, nein, beides, er bahnt sich seinen Weg durch ein gepflegtes Wohnzimmer, in dem es schon völlig unkrümelig aussieht, aber hinterher noch mehr, Dreck ist eine Einbildung altmodischer Leute, in der modernen Welt verschwindet er praktisch schon, bevor er den Teppichboden erreicht hat. Das Teil will ich in Blau.

Es ist richtig, dass auf bestimmte Dinge Verlass ist und Werbung eine unangenehme Wirkung hat. Es ist aber auch richtig, dass die Halbzeitanalyse beim Bezahlsender Sky einen neuen Namen trägt. Sie heißt jetzt Deutsche Vermögensberatung Halbzeitanalyse, was quasi zur Eingewöhnung immer wieder gesagt wurde. Das kann auch daran gelegen haben, dass die Abstände zwischen der einen Verwendung und der nächsten zuweilen automatisch kürzer waren als die Wendung selbst. Die Moderatorinnen und Moderatoren ließen sich jedoch nichts anmerken. Sie verhielten sich einfach, als wäre es vollkommen normal, ohne Unterlass einen sinnfreien Werbevierzehnsilber über die Lippen zu bringen, ohne zu stolpern und – was noch schwieriger sein dürfte – ohne dumm zu kichern. Leserinnen und Leser ahnen, dass übermäßige Kritik an alledem anderen überlassen werden muss, weil wir offensichtlich selbst mittendrin sind. Wer am Samstagnachmittag daheim Fußball gucken will, zahlt seinen Preis.

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