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„Es geht darum, dass man geschlechtliche, ethnische, Herkunfts- oder Bildungsidentitäten nicht jeweils verabsolutiert, sondern in eine plurale, auf gemeinsamen Werten und gemeinsamen Spielregeln beruhende Gesellschaft übersetzt.“ Sagt Robert Habeck.
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„Es geht darum, dass man geschlechtliche, ethnische, Herkunfts- oder Bildungsidentitäten nicht jeweils verabsolutiert, sondern in eine plurale, auf gemeinsamen Werten und gemeinsamen Spielregeln beruhende Gesellschaft übersetzt.“ Sagt Robert Habeck.

Times mager

Das Ganze

  • Christian Thomas
    vonChristian Thomas
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Identitätsfuror. Moralüberschuss. Der Grüne Robert Habeck sprach darüber jetzt.

Der Grüne Robert Habeck hat jetzt auf ein Politikverständnis reagiert, durch das Zwietracht unter die Menschen kommt, sobald zwei Individuen mit einem stark unterschiedlichen Identitätshintergrund aufeinandertreffen. „Ich glaube nicht, dass eine Gesellschaft Frieden mit sich selbst gefunden hat, wenn jede Gruppe sich nur darauf konzentriert, jeweils sich selbst zu repräsentieren.“

Der Bundesvorsitzende der Grünen hat es so in einem Interview mit der Wochenzeitung „Zeit“ gesagt und weiterhin zu bedenken gegeben: „Es geht darum, dass man geschlechtliche, ethnische, Herkunfts- oder Bildungsidentitäten nicht jeweils verabsolutiert, sondern in eine plurale, auf gemeinsamen Werten und gemeinsamen Spielregeln beruhende Gesellschaft übersetzt.“

Identitätspolitik also, über die der Politiker und promovierte Philosoph spricht. Damit äußert er sich, neben der Klimapolitik oder dem Populismus oder den Anfeindungen gegen die Demokratie, über eine der erheblichen sozialen Herausforderungen. Man könnte Identitätspolitik auch als gesellschaftlichen Sprengstoff bezeichnen. Übertrieben? Dann sollte man sich den folgenden Satz Habecks über die USA vergegenwärtigen: „Im Wahlkampf 2016 war es so, dass man auf der Homepage der Demokraten eine Reihe verschiedener Identitäten anklicken konnte, ich glaube, siebzehn, und für jede gab es ein eigenes Angebot – man konnte Latino-Frau sein, Homo-Mann, aber das gesellschaftliche Ganze, we, the people, das gab’s eigentlich nicht mehr.“

Zweifellos werden gegen Habecks Überlegungen Zwiststrategen vehement vorgehen, obwohl Habeck einräumt: „Wenn Sie in der Minderheit sind und finden, dass die gleichgeschlechtliche Ehe wichtig ist, aber die Mehrheit lässt es nicht zu, dann müssen Sie eine kämpferische Position aufbauen. Dies führt zwangsläufig zu einer gewissen moralischen Überhöhung.“

Moralüberschuss! Auch über diesen Gedanken wird sich der Identitätsfuror hermachen. Was damit zu tun hat, dass Identitätspolitik an Polarisierung gelegen ist: wir gegen die. Identitätsstrategen stecken Terrains ab, Identitäter erklären sie zu Claims. Da Identitätsfuror Zuhören abgeht, soll Habeck an dieser Stelle die Gelegenheit gegeben werden, darauf hinzuweisen, dass „die Summe von Partikularinteressen nicht (reicht), um eine Gesellschaft zusammenzuhalten. Damit ist man zu anfällig für Populismus.“

Einleuchtend? Es ging an dieser Stelle eigentlich um nichts anderes als darum, eine besonnene Stimme ausreden zu lassen.

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