Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Zimmerpflanzen mögen es, wenn man mit ihnen spricht.
+
Zimmerpflanzen mögen es, wenn man mit ihnen spricht.

Times Mager

Danke

  • Sandra Danicke
    VonSandra Danicke
    schließen

Haben Pflanzen Gefühle oder fühlen sie bloß etwas? Und was fühlen wir Menschen in Gegenwart von Topfpflanzen?

Es war am frühen Morgen des 2. Februars 1966, als Cleve Backsters Leben eine folgenschwere Wendung nahm. Der Lügendetektorexperte, der im Auftrag des CIA ein weltweit genutztes Verfahren zur Überführung von Straftätern und -täterinnen entwickelt hatte, hatte soeben einen Kandidaten verkabelt, doch dieser zeigte keinerlei Reaktion. „Vielleicht sollte ich ihm Schmerzen zufügen“, dachte Backster und wollte sein Feuerzeug holen, als der Polygraph auch schon ausschlug – ein deutliches Zeichen für Stress.

Kein Zweifel: Der Kandidat hatte Backsters Gedanken gelesen. Es handelte sich um einen Drachenbaum, gekauft von Backsters Sekretärin. Kein Witz. Der Wissenschaftler wollte es genauer wissen und fand heraus, dass der Drachenbaum kein egoistisches Wesen war. Einmal regte er sich fürchterlich auf, als Backster kochendes Teewasser in den Ausguss schüttete. Es hatte die Mikroben getötet, die im Abfluss gewachsen waren.

In der Folge testete Backster auch Eier, Joghurt und Sperma. Vor allem der Joghurt zeigte erstaunliche Reaktionen: Lag ein Streit in der Luft, begann der Joghurt schier durchzudrehen. Wurde ein zweiter Joghurt mit Antibiotika getötet, zuckte der erste vor Schreck zusammen. Offenbar gibt es unter Bakterien eine gewisse Solidarität. Backster wurde schließlich vom CIA entlassen und schlug sich fortan als Nachtwächter durch, um neben seinem Lebensunterhalt auch seine Forschungen zu finanzieren. Noch im Alter machte er sich einen Spaß daraus, auf Flügen seine Sitznachbarn zu schockieren. Mit einem handlichen Messgerät demonstrierte Backster, dass Salatblätter in Ohnmacht fallen, kurz bevor sie serviert werden. Jene Blätter, die das Mahl überleben, sind aber nach nur 30 Minuten wieder quietschfidel. Backster starb 2013, aber seine Forschungen werden noch heute diskutiert. Es ist keine Frage mehr, dass Pflanzen fühlen – aber haben sie auch Gefühle?

Zimmerpflanzen mögen es bekanntlich, wenn man mit ihnen spricht – allerdings ist es wohl relativ egal, was wir zu ihnen sagen, denn, so sagen die einen, sie mögen vor allem die Schallwellen und das CO2, das wir beim Reden produzieren. Es ist ihnen demnach auch völlig egal, ob man ihnen Hardrock oder Mozart vorspielt, Hauptsache nicht zu laut. Es gibt aber auch Fachleute, die ganz anderer Ansicht sind, siehe Backster. Unstrittig ist dagegen die Tatsache, dass wir etwas fühlen, wenn wir mit Pflanzen zusammen sind. Diverse Studien weisen nach, dass Menschen mit Zimmerpflanzen oftmals besser durch den Lockdown kamen als jene, die kein Grünzeug zu Hause hatten. Da kann es jedenfalls nicht schaden, wenn man sich bei seinem Ficus hin und wieder bedankt.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare