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Wenn die jungen Leute also in Trauben und bis in die Straße hinein stehen, ein Glas in der Hand, keine Maske vor dem Mund, noch nicht mal eine, die unterm Kinn hängt, auf dass sie sich schnell hochziehen lässt – dann ist das doch hoffentlich das letztendliche, finale Danach.
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Wenn die jungen Leute also in Trauben und bis in die Straße hinein stehen, ein Glas in der Hand, keine Maske vor dem Mund, noch nicht mal eine, die unterm Kinn hängt, auf dass sie sich schnell hochziehen lässt – dann ist das doch hoffentlich das letztendliche, finale Danach.

Times mager

Danach

  • Sylvia Staude
    VonSylvia Staude
    schließen

Handelt es sich augenblicklich um ein Dazwischen, ein Davor? Hoffentlich doch um ein Danach!

Ist das jetzt das Danach? Wenn junge Leute in der sommerwarmen Stadt in Trauben beisammenstehen, vor den Hotspots, die schon Hotspots waren, ehe die Bezeichnung plötzlich auf weitaus Unerquicklicheres angewendet wurde (wir sagen nur: Ischgl) und die anderen Hotspots, die doch die älteren Rechte hatten, ganz kalte, erkaltete, geschlossene Hotspots wurden. Wenn die jungen Leute also in Trauben und bis in die Straße hinein stehen, ein Glas in der Hand, keine Maske vor dem Mund, noch nicht mal eine, die unterm Kinn hängt, auf dass sie sich schnell hochziehen lässt – dann ist das doch hoffentlich das letztendliche, finale Danach. Aus dem Radio kommt das Wort Riesenparty. Von null auf hundert sei es gegangen, an nur einem Wochenende (Staunen in der Stimme). Dann wiederum warnt im Radio jemand vor zu viel … nun ja, vor zu viel von so ziemlich allem, von Feiern, Freiheit, Menschenansammlungen. Bloß von der Vorsicht zu wenig.

Ist es denn nun wirklich ein dauerhaftes Danach? Oder nur ein Dazwischen und damit auch ein weiteres Davor? Woran könnte man ein echtes Danach erkennen? An der Größe der Ausgelassenheit, daran, wie der Lebenshunger ausbricht, das Lachen nicht mehr an Aerosole denkt? Einmal wieder geht man nach dem Theater (nach dem Theater!) durch die nächtliche Stadt, die E-Scooter-Fahrer schießen kreuz und quer und allemal im Triumph durch die Fußgängerzone, Kerle machen auf – Kerl halt, breitbeinig, großgestig den Horizont scannend; junge Frauen kreischen entzückt, kichern bewundernd oder tun so, als langweile sie das alles zu Tode. Denn war irgendwas?

Ja, da war schon was, aber schaut nur her, es hat uns nichts ausgemacht.

Doch drunter immer noch die etwas bange Frage: Wird dieses Danach Bestand haben, oder ist es bloß der Anlauf zum nächsten Mittendrin? Dann wäre es doch auch nur wieder ein Davor … Mist! Kann man dieses Ding, diese Pandemie, endlich mal abhaken? Bitte?

In diesen Tagen ist nicht nur der Sommer ausgebrochen, durchaus überraschend, denn gerade trugen wir noch Jacken und jammerten über den grauen Himmel und den kalten Wind, sondern ausgebrochen ist auch etwas Quecksilbriges, es rollt und purzelt durch die Straßen der Stadt – wo nur kommen all diese ausgelassenen Menschen her?

Der Kellner im italienischen Restaurant „Zum Paradies“ (!) sagt: Ja, die Leute wollen wieder raus, die Leute wollen endlich wieder unter Leute. Ein paar Sekunden nimmt er sich Zeit, über die rappelvolle Restaurantterrasse zu blicken, dann hastet er wieder in die Küche, denn Leute unter Leuten wollen doch auch was zu essen haben.

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